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Die Meyer-Werft in Papenburg
Die Meyer-Werft hat ca. 2 000 Beschäftigte, die 25% der Arbeiten am Bau der Schiffe leisten. Dazu hat die Meyer-Werft fast kontinuierlich 200 Ausbildungsplätze geschaffen. Die Arbeit, die dort verrichtet wird, ist zumeist die Schweißarbeit. Die Meyer-Werft hat deshalb auch ein Laserschweißtechnikzentrum, das mit der Technischen Universität in Duisburg zusammenarbeitet. Bis vor einiger Zeit gab es auch noch eine Tischlerei, die zum Bau der Kabinen gebraucht wurde. Dies wurde in zwischen allerdings nicht mehr nötig, weil die Meyer-Werft jetzt Fertigkabinen von Zulieferbetrieben kauft. Auch die Malerabteilung der Meyer-Werft wurde geschlossen, weil die Malerarbeiten in der Zwischenzeit von anderen Unternehmen übernommen wurden. Dann werden noch die Montagearbeiten der Maschinen von der Meyer-Werft übernommen, sowie der Rohrleitungsbau und die gesamte Elektrotechnik, sodass bis zu 400 Elektriker beschäftigt werden. Es werden sehr viele andere Arbeiten, wie die Ausstattung der einzelnen Blöcke, von Subunternehmen und Zulieferbetrieben übernommen.
Die Meyer-Werft hat 2 000 Subunternehmen und Zulieferbetriebe, die am Bau der Schiffe beteiligt sind. Diese Zusammenarbeit muss immer pünktlich sein, was einen großen logistischen Einsatz erfordert. Die Überführung der Schiffe wurde durch das neue Emssperrwerk erleichtert, sodass nun Schiffe bis zu 180 000 Bruttoregistertonnen überführt werden können. Momentan ist die Meyer-Werft in einer nicht allzu schlechten wirtschaftlichen Lage.
Nachdem im Folge der Terroranschläge vom 11.9.2001 zwei Aufträge storniert und 800 Mitarbeiter entlassen werden mussten. In Moment wird gerade ein Schiff für die Norwegian Cruseline gebaut. Im Dezember ist die Meyer-Werft dann ganz ausgelastet, sodass sogar die 70 Meter Halle, die nicht zum Bau dieses Schiffes gebraucht werden, bereits zum Bau eines neuen Schiffes genutzt werden. Bei diesem Schiff wird dann zuerst der vordere Teil des Schiffes gebaut, weil sich dort die meisten Passagierkabinen befinden und die am Bau beteiligten Firmen dann schon mit dem Innenausbau beginnen können.
Die Meyer-Werft wird von Hans Bernhard Meyer geleitet, der dazu auch noch Eigentümer der Werft ist. Die Meyer-Werft ist eine von nur vier Werften weltweit, die sich am Bau von Kreuzfahrtschiffen beteiligen. In ihrer Geschichte hat die Meyer-Werft schon 23 Kreuzfahrtschiffe gebaut. Ein anderes Feld beim Schiffsbau ist der Bau von Flusskreuzfahrtschiffen. Dieser Bau wird in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen in Rostock betrieben.
Eine andere Sparte ist der Bau von Schiffen zur Personenbeförderung, wie zum Beispiel für Indonesien. In diesem Land wurden mit Hilfe der Schiffe, die von der Meyer-Werft gebaut wurden, eine regelmäßige Verbindung zwischen den vielen einzelnen Inseln geschaffen, sodass jede Insel in spätestens 4 Wochen angefahren wird. Diese Schiffe sind keine Luxusschiffe, sondern einfache Verkehrsmittel, die für die Indonesier so normal sind wie für uns Bus oder Bahn. Nur die Entfernungen sind etwas größer. Die Ausstattung dieser Schiffe ist sehr spartanisch. Es gibt Hochbetten und diese Hochbetten werden aneinandergestellt darauf kommt eine Matratze und es gibt noch ein kleines Fach für das Reisegepäck der einzelnen Leute. Die „Reisen“ auf solch einem Schiff dauern teilweise 3 bis 4 Wochen. Den Standart der 1. Klasse auf solchen Schiffen lässt sich mit der Mannschaftsklasse auf Kreuzfahrtschiffen vergleichen.
Diese Art von Schiffen wird in einer besonderen Halle angefertigt, die 39 Meter breit und 9,5 Meter tief ist. In dieser Halle könnte ein Containerschiff gebaut werden, allerdings müsste das Schiff ausgedockt werden, wenn der Schornstein angebracht wird. Auf diesen Schiffen halten sich dann jeweils bis zu 3 000 Menschen auf. Auf den vollbesetzten Schiffen wird dann allerdings auch jedes kleine Stückchen Raum besetzt. Dazu befördern solche Schiffe auch noch 36 Container.
Zusammen mit der Neptun-Werft in Rostock, die zur Meyer-Werft gehört, werden auch Kreuzfahrtschiffe für die Donau gebaut. Das Wichtige an diesen Schiffen ist, dass sie nicht allzu viel Tiefgang haben aber auch nicht zu hoch sind, weil sie sonst nicht auf der Donau fahren könnten. Von diesen Schiffen wurden bereits 4 Schiffe gebaut und es befinden sich zwei Schiffe im Auftrag. An Bord eines solchen Schiffes ist dann Platz für 220 Passagiere. Dann gibt es auch noch den Bereich der Viehtransporterherstellung, in den die Meyer-Werft ebenfalls verwickelt ist. Es wurden zwei Viehtransporter gebaut und gelangten nach Kuwait. Diese Transporter können bis zu 88 000 Schafe fassen.
Neuerdings baut die Meyer-Werft auch Containerschiffe. Die Meyer-Werft hat im Moment einen Auftrag 4 Containerschiffe zu bauen. Diese Schiffe können dann bis zu 1 600 Container transportieren. Diese Schiffe sind sogenannte „Containersammelschiffe“, die zum Beispiel in einen großen Hafen wie Hamburg fahren und dann all die Container sammeln.

