EMDR




EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Es ist eine Psychotherapiemethode, die insbesondere bei der Behandlung psychischer Traumafolgen bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern zum Einsatz kommt.

EMDR kann helfen bei:

  • posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS)
  • chronifizierten Traumafolgestörungen und Störungsbildern nach belastenden Lebenserfahrungen ohne erlebte Lebensgefahr
  • Phantomschmerzen
  • Anpassungsstörungen
  • Trauer nach Verlusterlebnissen
  • depressiven Belastungsreaktionen
  • Angststörungen und Phobien
  • belastungsbedingten Verhaltensstörungen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen
  • Traumafolgestörungen nach schweren Belastungen in der Kindheit

Das Behandeln der unverarbeiteten Erinnerungen ist zentral in dieser Therapie. Unsere alltäglichen, normalen Erfahrungen werden im Gedächtnis gespeichert, indem sie sortiert und mit Inhalten verknüpft werden. So können die Informationen verarbeitet werden und wir können diese Erfahrungen erinnern. Ein traumatisches Erlebnis dagegen wird nicht wie ein normales Erlebnis einsortiert. Es wird im Gehirn mitsamt allen dazugehörenden Sinneseindrücken und Gedanken separat gespeichert. Das traumatische Erlebnis kann so nicht verarbeitet werden.
Durch die sogenannten Trigger (ein Geräusch, ein Geruch, lauter Knall, Berührung usw.) kann das traumatische Erlebnis wieder ausgelöst werden und dazu führen, dass Betroffene das Gefühl haben, die Situation erneut zu durchleben. Körperliche Reaktionen wie Atemnot, Herzrasen, Angst und Hilflosigkeit können die Folge sein.

Ziel der EMDR-Therapie ist es, Zugang zu der traumatischen Erinnerung zu erlangen und sie wie eine normale Erinnerung ins Gedächtnis einzusortieren.

Zur Bearbeitung der Erinnerung werden die Betroffenen wiederholt angeleitet, kurzzeitig mit der belastenden Erinnerung in Kontakt zu treten. Gleichzeitig wird eine sogenannte bilaterale Stimulation durchgeführt: Der Patient folgt →
mit den Augen den Fingern des Therapeuten, der diese schnell und rhythmisch nach links und rechts bewegt.

Forscher gehen davon aus, dass im Traum Erinnerungen sortiert und im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Die schnellen Augenbewegungen während der EMDR Therapie sollen die Augenbewegungen simulieren, die wir machen, wenn wir träumen. EMDR soll so Gedächtnisprozesse anregen und eine schnellere Heilung mittels Traumatherapie ermöglichen. Die rhythmische Stimulierung durch die Augenbewegungen soll dem Patienten helfen, sich zu entspannen und die bedrohlichen Erinnerungen an neutrale Reize zu koppeln.





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