neulich bei meiner geliebten Museumseisenbahn......

 

Die T11 war als Mörderexpress auf dem Weg nach Kleinenbremen . Die Mindener Bevölkerung waren vollkommen zerstritten darüber, ob zur Eröffnung des Theaters eine italienische oder eine deutsche Oper aufgeführt werden sollte

 

 

Das war eine wahrlich mörderische Veranstaltung.....sogar der Pianist wurde versehendlich vergiftet und eine Bombe drohte den Zug in die Luft zu jagen

 

 

 

 

Die anstrengende Spargelfahrt mit dem Mühlenexpress nach Rahden, mußte nun die kleine T3 übernehmen.

 

Knapp 200 Personen hatten für die Spargelfahrt gebucht .

 

 

Da blieb es nicht aus, dass eine kleine Köf als Schublok mithelfen mußte.

 

 

 

 

Original Fotos und Videos

   

    

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....und hier noch die Geschichte als ich eine Führerstandsmitfahrt gemacht habe:

 

An einem Sonntag, also im August 2008, war es nun endlich soweit. An diesem Tag wurde aus dem Gutschein den ich zum Geburtstag von meiner Tochter bekommen hatte, ein wirkliches Geschenk.

 

Führerstandsmitfahrt auf der Hannover 7512 von Minden Oberstadt nach Hille und zurück.



Ich hasse es, bei solchen Ereignissen durch einen winzigen Kamerasucher schauen zu müssen. Wenn mir schon mal so was widerfährt, dann bitte live! Deswegen gibt es auch nur wenige (keine) Fotos.

Planmäßige Abfahrt des Preußenzuges ist um 16.15 Uhr, deshalb fahren wir auch schon um 15.00 Uhr los. Der Bahnhof ist zwar ganz in der Nähe, aber man kann ja nie wissen. Meine Mädels (Frau und Tochter) wollen ebenfalls mit. Natürlich nicht vorne auf der Lok, sondern hinten im 3. Klasse Abteil, im Frauenbereich. Ja, so etwas gab es wirklich! Gibt es heute aber nicht mehr, dafür gibt es heute z.B. Frauenparkplätze.

Gerade angekommen schon das erste Ereignis. Der Zug ist von seiner Vormittagstour bereits zurück gekehrt und die Lok 7512 ist gerade dabei sich vor das andere Ende des Zuges zu setzen. Dicker schwarzer Rauch kommt aus ihrem Schlot. Es gibt verschiedene merkwürdige Gerüche die ich mag. Dazu zählen diese Mischung aus Benzin, Abgas und frischem Rasenschnitt, dieses Öl/Kühlwassergemisch, welches in der Nähe von Zerspanungsmaschinen verdampft und natürlich den Feuergeruch, der von einer Dampfmaschine ausgeht.

Zunächst besorgen wir am Fahrkartenschalter die Tickets für meine Mädels. Dort erwartet uns bereits Herr Schweinefuß, der erste Vorsitzende des Museumsvereins, in seiner alten preußischen Uniform. Er bittet mich, meine Mitfahrgenehmigung zu unterschreiben. Also, nichts anfassen, keinen Blödsinn machen,... ihr wisst schon!

Wir haben noch eine ¾ Stunde Zeit, daher erkunden wir erst einmal den Zug mit seine historischen Waggons. Das ist sehr spannend, denn jeder der 10 Anhänger ist von der Bauart her anders, aber allesamt gleich liebevoll aufgearbeitet.
Alle Details werden inspiziert. Die Sitze, die Gepäcknetze, die Aborte, die Kanonenöfen, die Hinweisschilder „aus gesundheitlichen Gründen nicht auf den Boden spucken“...

Meine Damen lasse ich dann im Buffetwagen zurück. Nebenan werden die Preußenwagen als Modell in H0 und N verkauft. Vielleicht fällt ja einer für mich zu Weihnachten ab. Ich selbst begebe mich nach vorne zur Lok. Dort sind noch einige englische Touris dabei, ihre schreienden Bälger auf die Lok zu hieven. Egal, ob die wollen oder nicht, eins nach dem andern muss da rein!

Nachdem das Spektakel vorbei ist greife ich nach der Griffstange und rufe dem Heizer fragend zu: “Darf ich?“ Er nickt. Ich steige hoch und stelle mich vor: „Hallo, ich bin Lutz und ich glaube, ihr müsst mich heute mitnehmen.“ Während ich in der linken Hand wedelnd meine Mitfahrgenehmigung halte und meine rechte zur Begrüßung ausstrecke. Lokführer und Heizer schauen sich nickend an und strecken mir ebenfalls die Grußhand entgegen. Während der Heizer mit „Jau, alles klar“ antwortet, meine ich vom Lokführer so etwas wie „Ich bin Jochen“ vernommen zu haben.
Das ist echtes Heimatgefühl! Wisst ihr, was die Steigerung vom sturen Ostwestfalen ist? Das ist der Mindener Butcher. Hierzulande versteht man sich ohne Worte oder gar nicht.

Verdammt warm hier oben, aber noch nicht warm genug. Deshalb legt der Heizer noch 4 Schaufeln Kohle nach.
„Handbremse los und Abfahrt!“ sagt Jochen ganz kurz und knapp während er den Dampfregler auf 80% Frischdampf dreht und ein Pfeifsignal aus der Dampfpfeife abgibt. Dröhnend setzt sich die, in der jüngeren Vergangenheit als BR 74 bekannte Lok in Bewegung. Es wird sehr laut, sodass die von mir eh nicht mehr erwartete Unterhaltung allein aus diesem Grund nicht mehr stattfinden kann.
„Blinkt!“, ruft Jochen dem Heizer zu. Dieser hebt den Kopf, schaut aus dem Fenster und ruft „Blinkt!“ zurück. Gemeint ist damit das bahnseitige Signal, welches anzeigt dass die zu überquerende Straße gesichert ist.

Plötzlich ertönt ein Lokpfiff von dem man normalerweise Tinitus bekommt. Jochen hat sich aus der offenen Tür gelehnt und ruft einer Gruppe Radfahrer zu, ob sie keine Augen im Kopf haben. Sie wollten gerade die Bahnsignale ignorieren.
Jetzt fahre ich gerade 50m mit und habe schon begriffen, dass von Dampflokromantik aus der Sicht des Personals eher wenig zu spüren ist. Die Arbeit ist hart, schmutzig und überaus Verantwortungsvoll.

Nachdem der erste Bahnübergang passiert ist und die Lok einigermaßen Fahrt aufgenommen hat, dreht Jochen den Dampfregler auf 20% Frischdampf zurück. „Sonst ist das nicht ökonomisch“, erklärt er auf meine Nachfrage. Die Lok wird jetzt ruhiger und gleitet beinahe so dahin. In diesem Moment muss ich schon wieder zur Seite springen weil der Heizer Kohlen nachlegen muss. Jochen öffnet dazu wortlos die Feuerklappe, mehr nicht. Wie gesagt, hier versteht man sich ohne Worte oder gar nicht.

Während der ca.15km langen Strecke nach Hille passieren wir noch etliche Bahnübergänge, vor denen sich die beiden akribisch davon überzeugen und sich gegenseitig absichern, dass der Übergang wirklich gesichert ist. Aber eine wirkliche Versicherung ist das nicht, denn immer wieder versuchen Autofahrer vor der gemächlichen Dampflok die Strecke zu queren. Jochen ahndet das jeweils mit äußerst aggressiven Pfiffen aus der Dampfpfeife. Einen Autofahrer hat er damit regelrecht aus dem Schlaf geholt, sonst wäre er uns in die Seite gefahren. Da fehlte weniger als ein Meter.

Während eines Zwischenstopps wird Zuckerkuchen auf die Lok gereicht. Da „wortkarg“ ja nicht gleichbedeutend mit „unfreundlich“ ist, bekomme ich ein Stück ab. Manche Leute verstehen das nicht aber ich bin ja von der Abstammung her auch selbst ein Butcher.

In Hille angekommen wird die Lok wieder vor das andere Ende gesetzt und für die Rückfahrt vorbereitet. In anbetracht der Ruhe will ich doch noch mal versuchen etwas aus den beiden heraus zu kitzeln.
Ich frage: „Seid ihr im normalen Beruf auch bei der Bahn?“
Der Heizer schüttelt den Kopf, Jochen sagt: „Nö!“
-Stille-
Ich setze nach: „Wenn ich jetzt sagen würde, ich will das auch machen, das würde doch wahrscheinlich nicht gehen, oder?“
Jochen: „Warum?“
Ich: „Hm“
Jochen: „Was hast du denn gelernt?“
Ich: „Ganz zu Anfang habe ich mal Heizungsmonteur gelernt.“
Jochen: „Das ist immer von Vorteil wenn man einen Handwerklichen Beruf gelernt hat.“
Ich: grinsgrins
Jochen: „Ich hab das nicht.“
Ich: „Hä?“
Jochen: „Warum soll das nicht gehen? Wenn du viele Fehler machst, bekommst du oft einen auf die Mütze und danach wird es dann besser. ........Wenn du ganz viel Zeit hast, kannst du ja mal auf’n Samstag vorbeikommen! Arbeit gibt es genug............Abfahrt!“

Dröhnend und schwarz rauchend setzt sich der Stahlkoloss wieder in Bewegung.
Der Heizer hat immer wieder schwer mit einem Rückschlagventil auf der linken Seite zu kämpfen. „Das schließt nicht richtig“ gibt er mir zu verstehen und dreht wie wild an seinen Absperrventilen.
Neben meinem Fenster steigt weißer Dampf auf. „Das müsste eigentlich Dicht sein“, murmelt der Heizer.
„Für denjenigen der keine Ahnung hat, sieht es aber toll aus“, entgegne ich. Der Heizer grinst, wischt sich mit dem Öllappen die Stirn und legt zum xten Male Kohle nach.
Das eine Stück Zuckerkuchen, welches noch übrig war, ist gerade in die Kohlen gefallen. Zum Glück aber nur von einer Seite. Wortlos kratzt es der Heizer mit seinem schwarzen Fingernagel ab......der Hunger treibt es rein.

Kurz vor dem letzten Bahnübergang ein Ruf: „Maschine stopp!“ Das Blinksignal das die Sicherung des Bahnüberganges anzeigen soll ist nicht angegangen. Ich frage: „Wieso?“ „Vielleicht ist der Kontakt kaputt“, ist die Antwort.
Mann, Mann, die beiden müssen wirklich höllisch aufpassen! Es ist echt besser wenn nicht soviel gelabert wird. In diesem Moment läuft auch schon einer vom Zugpersonal vorbei und schaltet die Anlage manuell auf Rot.

Nach 2 Stunden Fahrt sind wir nun wieder zurück in Minden Oberstadt.
Da fällt mir noch eine Frage ein: „Müsst ihr die Lok eigentlich immer schon am Vortag anheizen?“
„Nee, das geht auch am selben Tag. Wenn wir um 10 Uhr fahren wollen, dann müssen wir um 4 Uhr anfangen. Weil wir gestern auch gefahren sind, konnten wir heute sogar bis 7 schlafen.“

Und noch was habe ich erfahren: Nächste Woche geht es nach Wuppertal, aber nicht voll aus eigener Kraft, sondern gezogen von einer Diesellok. Wahrscheinlich die V6 der mkb. Bei 1000 Liter Wasserverbrauch auf 10 km müsste ja alle 50-60km eine Zapfstelle angelaufen werden. Die gibt es aber nicht. Aber ganz ohne Dampf kann man die alte Lady nun auch wieder nicht bis Wuppertal schleppen, denn das Schmieröl in den Zylindern hat erst bei 200°C seine besten Laufeigenschaften.

So, nun ist meine Fahrt zu Ende. Ich verabschiede mich von den beiden und sammle meine Damen wieder ein. Für mich war das jedenfalls sehr beeindruckend und meinen Frauen hat es im Bufettwagen auch gefallen.
Was will man mehr?