"Westfalen-Blatt" schreibt im März 1996:
Hochbauamt der Stadt Minden installiert neue Heizung im Fort C
TEMPERIERANLAGE ALS IDEALLÖSUNG
M i n d e n (WB). Kosten gespart und eine bessere Nutzung erreicht - der Einbau der
Temperieranlage im Fort C ist die Ideallösung zur Beheizung des historischen
Gebäudes. Bauleiter Manfred Hoof vom Hochbauamt erklärte jetzt Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT die Vorzüge des neuartigen
Heizsystems gegenüber einer konventionellen Lösung.
Bei der Installation der
Temperieranlage, die schon Ende März abgeschlossen sein soll, handele es sich um ein Pilotprojekt
für Minden, so Hoof. »Bei der Planung für das Projekt >Preußen-Museum<
(standen wir vor der Problematik der Trockenlegung des Gebäudes, da wegen der fehlenden
horizontalen Sperren die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich erhebliche Schäden in den Putzflächen angerichtet hat«, erläuterte der Bauleiter den Beginn der
Planungsphase. Das Westfälische Amt für Denkmalpflege in Münster hatte die Stadt Minden auf die Anlage
aufmerksam gemacht, die in Regensburg im dortigen Museum. »Salzstadel am Brucktor« bereits erprobt
wurde. Eine Mindener Delegation ließ sich daraufhin im April '95 über die Arbeitsweise der
»Großeschmidt-Temperieranlage« aufklären Das Prinzip ist so einfach wie
eindrucksvoll. »Es werden wie bei einer Fußbodenheizung Heizrohre in die
Wände verlegt - die Wand ist somit die Heizung.« Dies entspreche dem Prinzip der römischen Hypokaustenheizung, die in der Defensionskaserne noch
vorhanden ist, so Hoof. Während dort demnächst die ursprünglichen Kanäle in der Wand genutzt werden, müssen im Fort C die Rohre neu in den Wänden verlegt werden.
Ein großer Vorteil für die spätere museale Nutzung des Gebäudes sei, dass die Heizung nicht sichtbar ist - es gibt keine Heizkörper - und der Raum vollständig für die
Ausstellung von Exponaten genutzt werden kann. Durch die warmen Wände sei zudem ausgeschlossen, dass Kondenswasser Bilder oder andere Kunstwerke beschädigt.
Die Gesamtkosten des Einbaus im Fort C bezifferte Hoof auf 280 000 Mark, wobei 90 Prozent davon das Land Nordrhein-Westfalen trage. Auch sprächen die
zu erwarteten niedrigeren Betriebskosten - 30 Prozent Energieeinsparung erfahrungsgemäß - für die
Temperieranlage. Schon im April ´96 soll das Fort C langsam aufgeheizt werden, so dass die für Ende Mai geplante erste Ausstellung pünktlich eröffnet werden könne, versprach Hoof.
| Letzte Aktualisierung dieser Seite am 13.06.2007 um 19:46 Uhr |