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In "Preußen" wird das Klima verbessert
Sanierung im Museum am Simeonsplatz / Investition von 1,5 Millionen
Euro / Refinanzierung aus FrauenRäume-Pleite
Minden (mt).
Knapp acht Jahre nach der Sanierung und dem Umbau der ehemaligen
Defensionskaserne zum Preußen-Museum Minden wird das Gebäude erneut
saniert. Kosten: Rund 1,5 Millionen Euro.
Von
Hans-Jürgen Amtage
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Die Sanierungsarbeiten zur Verbesserung der
Klimasituation im Preußen-Museum laufen bereits.
MT-Foto: Stefan Koch |
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Die 1829 errichtete Kaserne leidet unter
dem Problem, an dem viele historische Gebäude kränkeln: Feuchtigkeit
steigt im Mauerwerk auf. Da Dämmungen und Drainagen fehlen, wird die
Feuchtigkeit in der Defensionskaserne auch nicht weiter auf ihrem
Weg behindert.
Zwar trägt eine so genannte Temperieranlage dazu bei, dass das
Wasser im Mauerwerk verdampft. Doch da das Gebäude mit dichten
Fenstern versehen ist, die wegen des Aufbaues der Ausstellungsstücke
zum Teil nicht geöffnet werden können, werden die frei werdenden
Wasserdampfmengen nicht ausreichend abgeführt.
Die Luftfeuchtigkeit, die Besucher abgeben, und die Halogenleuchten,
mit denen die Exponate beleuchtet werden, tragen ebenfalls zur
Verschlechterung der Klimasituation im Preußen-Museum bei. Martin
Glane vom Planungsbüro Rohling AG aus Osnabrück, das mit den
Sanierungsplanungen betraut ist, macht das Problem am Beispiel der
Beleuchtung deutlich: "Ein wesentlicher Wärmeeintrag in das Gebäude
ist die Beleuchtung. Denn Halogenleuchten strahlen zu 90 Prozent
Wärme und nur zu zehn Prozent Licht ab."
Bei dieser Gemengelage stellen sich Klimakonditionen in dem
Festungsgebäude mit seinen bis zu 2,20 Meter dicken Wänden ein, die
alles andere als museums- und damit ausstellungsfreundlich sind. Das
gilt im Preußen-Museum am Simeonsplatz besonders für das riesige
Kellergeschoss. Die dort herrschenden Temperatur- und
Feuchtigkeitswerte machen es bislang unmöglich, die großzügigen
Räume für Ausstellungszwecke zu nutzen.
Doch nicht nicht nur im Keller und in den Ausstellungsgeschossen
herrschen zeitweise kaum akzeptable Bedingungen. Auch der
Ständersaal im Dachgeschoss, eigentlich als Vortrags- und
Veranstaltungsraum vorgesehen, ist nach Auskunft von Fachleuten nur
ungenügend be- und entlüftet.
Glane: "Auch hier kommt es vor allem im Sommerbetrieb zu
Klimakonditionen, die weit außerhalb des Behaglichkeitsbereiches
liegen."
So ist die Aufgabenstellung für die Architekten und Ingenieure, die
sich all dieser Probleme annehmen sollen, eindeutig: Der
freigesetzte Wasserdampf muss abgeführt, die durch die Beleuchtung
eingebrachte Wärme auf ein Mindestmaß reduziert werden. Die dazu
notwendigen Installationen dürfen aber das Ausstellungskonzept nicht
beeinflussen und die Architektur des preußischen Militärgebäudes
stören. Gleichzeitig gilt es, die Betriebskosten zu optimieren.
So wird es im Preußen-Museum zukünftig eine energiesparende
Grundbeleuchtung geben, die Beleuchtung der Objekte wird durch
Bewegungsmelder gesteuert. Ein Klimasystem sorgt im Keller, im Erd-
und im ersten Obergeschoss für die Entfeuchtung der Räume und stellt
eine konstante Raumluftfeuchtigkeit sicher. Während der
Öffnungszeiten des Museums wird außerdem Außenluft zugeführt.
Kühlkonvektoren sollen zukünftig für angenehme Raumtemperaturen
sorgen. Dabei gilt für alle Zuführungssysteme der Klimaanlage, dass
sie in die alte Bausubstanz integriert werden müssen.
Nach Ansicht von Martin Glane kann die Kälteversorgung des Gebäudes
über Erdsonden erfolgen. Denn die Lage der Defensionskaserne in der
Nähe der Weser und die sich daraus ergebenden hydrologischen
Verhältnisse im Untergrund des Militärkomplexes seien nahezu ideal
für solche Sonden. So soll in Kürze eine Probesonde niedergebracht
und deren Leistungspotenzial getestet werden.
Etwa 1,5 Millionen Euro fallen für all diese Sanierungsarbeiten, die
vom Keller bis zum Dach reichen, an. Stolz verweisen Mindener
Politiker darauf, dass das Land Nordrhein-Westfalen diese Arbeiten
komplett finanziere. Dabei scheint in Vergessenheit geraten zu sein,
woher die 1,5 Millionen Euro ursprünglich stammen: Aus der
Rückzahlung, die die Stadt Minden für das im Jahr 2002 geplatzte
Projekt von "Frauen helfen Frauen" an der Brüderstraße 20 leisten
musste. Da sich alle Beteiligten vom Land bis zur Stadt und die
Projektträger selbst bei dieser Pleite nicht mit Ruhm bekleckert
hatten, führten intensive Gespräche der Stadt mit dem Land
dahingehend zum Erfolg, dass eine Art Refinanzierung zugesagt wurde:
Das Geld, das die Stadt zurückzahlte, fließt ins Preußen-Museum. Das
bedeutet in letzter Konsequenz: Die Stadt zahlt die jetzige
Sanierung des Preußen-Museums selbst.
Noch bis Mai 2006 laufen die Arbeiten. Dabei sind einzelne
Ausstellungsbereiche teilweise gesperrt sein. |