| Neue Westfälische, Nr. 125 | LOKALES |
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| Dienstag, 1. Juni 1999 |
Ein Novum im deutschen Ausstellungswesen: Preußen kommt ins Museum, erst Wesel, jetzt Minden / Eröffnung am 14. Juni
Eine "Provinz" kommt jetzt ganz groß heraus
| Als das früheste bauliche Zeugnis des preußischen Klassizismus gilt die Defensionskaserne - nur einen Steinwurf entfernt von der Kreisverwaltung mit ihrer repräsentativen Schmuckfassade. Das vollständig restaurierte Gebäude, das zuletzt als Kaserne von der britischen Rheinarmee genutzt wurde, verfügt über eine gesamte Ausstellungsfläche von rund 2.300 Quadratmetern. | ![]() |
Minden. Westfalen und Preußen - oder besser:
Preußen aus westfälischer Sicht, aus dem Blickwinkel der einstigen "Provinz"
des zerklüfteten Staates - will sich das dann wohl bedeutendste Museum des Kreises
Minden-Lübbecke annehmen. Über drei Jahrhunderte währten die westfälisch-preußischen
Beziehungen, nachdem 1609/14 mit den Grafschaften Ravensberg und Mark westfälische
Landesteile unter brandenburgisch-preußische Oberhoheit gekommen waren. 1815 dann,
Ergebnis des Wiener Kongresses, wurde Westfalen eine der zehn Provinzen des Königreiches
Preußen. Die Epoche bis zum Ende Preußens 1947 wird Schwerpunkt einer Dauerschau sein,
die erst in den kommenden Jahren im 2. Obergeschoß des Museums eingerichtet werden soll.
Und was nicht hinter Glas muss, wurde zu Szenen arrangiert - als Wohnraum, Schulstube oder Soldatenleben. Hinzu kommen Informationstafeln und audiovisuelle Medien, die etwa per Computerspiel eine Kutschfahrt Friedrich des Großen simulieren oder Einblick geben in einen höfischen Salon oder bäuerlichen Alltag.
Mit Friedrich dem
Großen auf Kutschfahrt Das alles gibt es sogar an zwei Tagen kostenlos zu sehen. Am Wochenende 19./20. Juni lädt das Preußen Museum zu einem "Tag der offenen Tür" bei freiem Eintritt ein |
| KURZ GEFRAGT | Dr. Veit Veltzke |
"Modellhafte Geschichte"
| Dr. Veit Veltzke ist seit 1991 Chef
des Preußen Museums in Wesel und übernimmt in Personalunion auch die Leitung in Minden.
Mit ihm sprach NW-Redakteur Reinhard Günnewig. Was kann der historisch Interessierte
über Preußen lernen, wie ordnet die Wissenschaft Preußens Rolle ein? Was von Preußen zu lernen ist und beibehalten werden sollte, sind seine religiöse
Toleranz, die Nüchternheit und die Rationalität und Effizienz der Verwaltung. Auf der
anderen Seite steht Preußen für fast absolute Gehorsamspflicht und einen großen
Militärapparat. Leistung, Unterordnung und Härte waren das Lebensgesetz Preußens und
sind mit seiner Entstehungsgeschichte verbunden. Das Dienst- und Leistungsethos war der
Schlüssel zur Bedeutung des Landes angesichts seiner geographischen Streulage. |
Dr. Veit Veltzke, 1956 geboren in Espelkamp, hat in Bochum Geschichte, Germanistik und Pädagogik studiert und mit einer Arbeit über "Wagnerkult und -Vereine im Kaiserreich", bei Prof. Hans Mommsen promoviert. Vor seiner Museumstätigkeit war Dr. Veit Veltzke zwei Jahre im Schuldienst in Herne tätig. |
Welche besondere Rolle spielte die
preußische Provinz Westfalen? Welche Bedeutung haben die Preußen Museen in Minden und Wesel in der deutschen Museumslandschaft? |
Eröffnung mit Reden, Musik und Theater
Blick in die Preußen-Ausstellung in Minden |
Militärisches Preußen: stehendes Heer - laufende Kosten |
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Minden Die Landesministerin für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Soziales, Ilse Brusis, und der frühere NRW-Städtebauminister Zöpel, einer der maßgeblichen Initiatoren und Förderer des Preußen Museums werden bei der Eröffnung am 14. Juni Ansprachen halten. Museumsleiter Dr. Veltzke wird eine Einführung in die Ausstellungen geben. Mit Hans-Peter Minetti in der Hauptrolle, wird das Schauspiel "Friedrich und Voltaire. Fast ein himmlisches Gespräch" aufgeführt. Das musikalische Programm bestreiten die Musikschule und das Blechbläserensemble Hora Decima. |
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Kampf in den Straßen von Hochkirch - en miniature im Mindener Preußen Museum: In dem Ort in der Nähe von Bautzen besiegten die Österreicher unter Oberbefehlshaber Leopold Joseph Graf von Daun im Siebenjährigen Krieg im Jahr 1758 die Preußen. |
Zahlen, Zeiten, Zuständigkeiten
1995 begannen die Arbeiten am Mindener Preußen-Museum. Die Baukosten einschließlich der Außenanlagen belaufen sich auf rund 20 Millionen Mark.
Träger des Museums ist die Stiftung Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen. Mitglieder sind das Land, die Städte Minden und Wesel, die Kreise Minden-Lübbecke und Wesel sowie die beiden Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Derzeitiger Geschäftsfrührer ist Mindens Stadtdirektor Heinrich Sieling, sein Stellvertreter ist der Bürgermeister von Wesel.
Aus den Erträgen des Stiftungsvermögens und einem Landeszuschuss sollen die beiden Museen in Wesel und Minden finanziert werden. Die jährlichen Betriebskosten in Minden sollen sich auf rund 1,2 Millionen Mark belaufen. Erwartet werden jährlich etwa 40.000 Besucher.
Geöffnet ist das Haus am Simeonsplatz 12, zu dem auch ein Café und ein Museumsshop mit Büchern und anderen Publikationen und Souvenirs gehören, ab 16. Juni dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
| Eintritt | Erwachsene | 5,00 DM | |
| Kinder | 2,00 DM | ||
| Familien | 10,00 DM | ||
| weitere Ermäßigungen | |||
| Anschrift | Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen | |
| Simeonsplatz 12 | ||
| 32427 Minden | ||
| Telefon | 0571 - 83728 - 0 | Verwaltung |
| 0571 - 83728 - 24 | Kasse | |
| Fax | 0571 - 83728 - 30 |
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 21.02.2005 um 09:03 Uhr |