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04.08.2008
Theater gegen
Krieg im
Militärdenkmal
Tucholsky Bühne
Minden probt für
"Mutter Courage
und ihre Kinder"
/ Premiere am
Donnerstag im
Fort A
Minden (mt).
Krieg spielen
vor historischer
Kulisse - darum
geht es mit
Sicherheit
nicht, wenn die
Tucholsky Bühne
Minden jetzt in
ihrem neuen
Domizil, Fort A,
Bertolt Brechts
"Mutter Courage
und ihre Kinder"
probt.
Von
Ralf Kapries
Namensgeber Kurt
Tucholsky war
überzeugter
Pazifist. Und
auch Eduard
Schynol,
Regisseur und
Leiter des
Amateur-Ensembles,
ist der Ansicht:
"Man will uns
wieder zunehmend
einreden, es sei
`in´, für Volk
und Vaterland zu
sterben, aber
das ist es
nicht", setzt er
mit Nachdruck
hinzu.
Insbesondere in
den bei
bestimmten
Altersgruppen
von Jugendlichen
so beliebten
Mangas will er
diesen Trend zu
neuem Heldentum
entdeckt haben.
Die Aussage des
1939
entstandenen
Antikriegstückes
sei damit immer
noch aktuell.
"Und außerdem
ist es ein
tolles Stück mit
hervorragenden
Schauspieler-Rollen",
betont der
Theatermacher. Ein bisschen ungewohnt sind die bisherigen Requisiten, auch sind die Kostüme nicht vollständig. Und dann kann mancher noch nicht so recht abschätzen, wie lange es dauert, um durch die langen Flure und Gewölbe des Forts zum nächsten Auftrittsort zu kommen. Das historische Gebäude, das kurz nach dem Bau der Cöln-Mindener Eisenbahn 1848/50 fertiggestellt wurde, bietet den Theaterfans Auftrittsflächen auf drei Ebenen.
Zuschauertribünen
statt Wildwuchs
Balkone, Treppen, Kellertreppen und Gewölbe, gute akustische Bedingungen im Innenhof und hinreichende Abschirmung nach außen bietet das Fort A. Das Baudenkmal, das noch zu Anfang des Jahres einen verlotterten Eindruck machte, hat dank der intensiven ehrenamtlichen Arbeit der Bühnen-Aktiven erheblich an Attraktivität gewonnen. Wildwuchs wurde entfernt, Bühne und Zuschauertribünen errichtet. In den letzten Jahrzehnten hatte das Gelände einen unrühmlichen Dornröschenschlaf geschlummert. Der Stein- und Stahl-Bildhauer Peter Paul Medzech installierte seine multifunktionale Skulptur über dem Eingangsbereich und sorgte für eine repräsentative Ausschilderung. Ein meterhohes Schild steht an der Zufahrt von der Friedrich-Wilhelm-Straße / Ecke Festungsstraße, eines verstärkt eine Eingangstür an der Frontseite. Die Premiere ist am Donnerstag, 7. August, 20 Uhr. Kartenvorbestellungen sind - außer zur öffentlichen Generalprobe am Mittwoch, 6. August, 20 Uhr - im Internet (www.tucholsky-buehne.de) möglich. Vorverkauf bietet die Buchhandlung Bücherwurm, Alte Kirchstraße 21, in Minden. Einige Karten werden immer auch noch für den Verkauf an der Abendkasse zurückbehalten. Zur öffentlichen Generalprobe ist der Eintritt frei. |