24.06.2008
 
Kunst, Kultur, und alles mit Hörsturz
 
Ausgelassene Stimmung in alten Kanonenschächten/ Tag der offenen Tür im Fort A voller Erfolg
 
Minden (nik). "Hallo, hallo, ich bin dein Ohrwurm", beim Tag der offenen Tür im Fort A war der Stimmungspegel dank Vokalensemble "Hörsturz" schon nach einer halben Stunde bei Tanzen und Mitsingen angelangt.
Von Nina Könemann

Dichtes Gedränge und brüllende Hitze: Knapp zehn Minuten nach der Öffnung der Tore ist das Fort A von Menschen übervölkert. Die meisten setzen sich erstmal auf einen der zahlreichen weißen Gartenstühle und verschnaufen: bei der Luftfeuchtigkeit ist schon der Gang vom Parkplatz ins Fort zu viel des Guten.

Nach dem ersten Getränk und zwei Liedern des Portaner Vokalensembles "Hörsturz" ist der Kreislauf aber regeneriert und wieder Kraft zum Tanzen da. Das trifft sich gut, denn die Square-Dance Gruppe "Die leichten Füße" lösen die fünfköpfige A-Capella Gruppe gerade ab. In Roten Röcken und schwarzen Strapsen unterziehen sie die von den Helfern der Kurt Tucholsky Bühne aufgebaute Holzbühne ihrer ersten Generalprobe.
 
 
Buntes Getümmel im Innenhof des alten Rüstungsgebäudes. Nicht nur die Bühne lockte zahlreiche Gäste, auch in den Katakomben des Fort A gab es einiges zu bestaunen.
(Fotos: Nina Könemann)

Das Holzkonstrukt hält und die Animationsschreie der Tanzgruppe was sie versprechen: Binnen weniger Minuten ist Party auf den Zuschauerrängen. Wenn es nicht so voll wäre, würde wohl auch vor der Bühne getanzt - so füllen sich langsam auch die Treppenaufgänge mit Zuschauern. Die Sonne brennt unterdessen gnadenlos weiter und die ersten flüchten sich ins Kühle Innere der Katakomben, denn rechts liegt die Getränkebar, links gibt es Kaffee und Kuchen. Dazwischen quetscht sich Attraktion neben Attraktion.

Die Mitarbeiterinnen der Kurt-Tucholsky Bühne zaubern aus Kindergesichtern bunte Fabelwesen, die erstaunlicherweise in der Hitze nicht verlaufen. Der Lions Club Porta Westfalica Julica und das Sommerbad sind mit Präsentationsständen vertreten und die Kurt Tucholsky Bühne hat nicht nur Kostüme zum Anprobieren mitgebracht, sondern auch eine Lichter- und Technikaustellung aufgebaut.

Wer jetzt denkt das war schon alles, täuscht sich gewaltig. "Bewegungstheater" nennen es die Veranstalter, "wunderbar" die Gäste, denn ein tieferes Eintauchen in die Weiten des Fort A lohnt sich. Im unteren Teil sind Kunstwerke von Heike Dannenberg und Susanna Tieben ausgestellt. Daneben geben sich auf der Innenbühne hiesige Künstler wie Guido Meyer und Burkhard Hedtmann die Klinke in die Hand. Auf den oberen Etagen lässt eine Kunstausstellung der Mindener Gruppe "der Regenbogen" das alte Gebäude von innen erstrahlen.

Eduard Schynol von der Kurt Tucholsky Bühne ist ganz aus dem Häuschen: "Das ist der erste Tag der offenen Tür, den ich organisiere. Es ist Wahnsinn wie gut das angenommen wird", sagt er. Sein persönlicher Höhepunkt ist die Stahlplastik, die der Künstler Peter Medzech erstellt hat und die jetzt das Tor des Forts mit tanzenden Figuren verziert.

Die Besucher lassen sich von der Hitze und dem Quetschen durch die engen Ein- und Ausgänge in das Fort unterdessen nicht beirren. "Diese Veranstaltung ist eine Bereicherung für Minden und vor allem für das rechte Weserufer", sagt Besucherin Anja Beermann. Sie und ihre Freundin Erika Renke sind sich sicher, dass das Fort A in Zukunft noch für viel Wirbel sorgen wird.

 
 
Vor allem für Kinder gab es im Fort viel zu erleben.

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