|
|
||
07.06.2007 |
||
|
Schlachtenjubiläum wirft Schatten voraus |
||
| Minden Marketing und "Freundeskreis Lebendige Geschichte" geben mit historischem Biwak Vorgeschmack auf 2009 | ||
|
Minden (mt). Die Schlacht bei Minden am 1. August 1759 hatte eine welthistorische Tragweite. Das 250. Schlachtenjubiläum wirft an diesem Wochenende seine Schatten weit voraus. Ein historisches Biwak am Fort C gibt einen kleinen Vorgeschmack und lässt Besucher Pulverdampf schnuppern.
Von Jürgen Langenkämper
|
||
![]()
Pulverdampf und Lagerleben: In
französischen, britischen und preußischen Uniformen marschieren
Teilnehmer des historischen Biwaks am Fort C auf - fast wie anno
1759. |
"Es geht nicht
darum, Krieg zu spielen", entkräftet Dr. Jörg-Friedrich Sander die
allerschlimmsten Vermutungen. "Wir wollen ein Zeitfenster auf das
historische Ereignis öffnen." Krieg spielen, verharmlosen oder bagatellisieren will auch Udo Brühe vom "Freundeskreis Lebendige Geschichte" nicht. "Unser Anliegen ist die anschauliche Vermittlung eines historischen Ereignisses im Rahmen einer museumspädagogischen Veranstaltung. Dazu gehört das Leben in Friedens-, aber nun mal auch in Kriegszeiten." Die Idee kam mir beim Studium von Geschichtsbüchern", begründet der Rheinländer sein Interesse an Minden. 248 Jahre nach der Schlacht zwischen Franzosen und Sachsen auf der einen und britischen, Hannoveraner und preußischen Truppen auf der anderen Seite trägt die in Fachkreisen "Reenactment" getaufte Inszenierung heutzutage mehr völkerverbindende Züge zur Schau als Blutrunst und Rachegelüste. "Die Teilnehmer reisen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien an", verrät Brühe, wie grenzüberschreitend das Netz der originalgetreu Uniformierten ist. |
|
Am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Juni, von 10 bis 17 Uhr sowie von 10 bis 15 Uhr machen mehr als 60 Darsteller Lagerleben anno 1759 anschaulich. Dazu gehören nicht nur französische Truppen in den Uniformen der Royal Comtois, der Gardes Francaises und des Regiments "La Sarre" sowie Briten der Pulteney´s und Flemming´s und das Regiment "Erbprinz von Hessen Darmstadt", sondern auch Schneider und ein Schankwirt. Fachhistorisch begleitet das Preußen-Museum den Aufmarsch im Fort C. Die 1. Bürgerkompanie unter Leitung Arno Sebenings stellt das nicht haargenau stimmige, weil erst später errichtete, aber dennoch passende Festungsbauwerk zur Verfügung. Mit moderner Infrastruktur hilft die Bundeswehr. Denn die Kämpen dürfen - dank eines Busverkehrs - in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne duschen - ein Luxus genüber den sanitären Bedingungen vor 250 Jahren. Und wenn sich der Pulverdampf des Biwaks, das schon am Donnerstag und Freitag vorbereitet wird, verzogen hat, richten sich die Augen auf den 1. August 2009. Auf mehr als 200 Teilnehmer hofft Sander dann. "Die ersten Anfragen aus USA und Kanada liegen schon vor", verrät Brühe. |
||