Tipps für eine gesunde, vegetarische Ernährung
Die Angst, sich ohne Fleisch nicht gesund ernähren zu können ist weit verbreitet. Dazu ist folgendes zu bemerken: Fleisch enthält kaum Vitalstoffe (da die Verwesung sofort mit dem Tode des Tieres eintritt). Die wenigen Enzyme und Vitamine, die noch nicht zersetzt sind, werden zum größten Teil beim Kochen zerstört. Es ist also absurd zu behaupten, das Fleisch liefere lebenswichtige Stoffe, die man nicht aus anderen Lebensmitteln beziehen könnte. Mangelerscheinungen kommen bei vegetarischer Ernährung nur bei sehr einseitiger Ernährung vor [1]. Bei einer solch einseitigen Ernährung würde jedoch eine Ernährung mit Fleisch erst recht zu Mangelerscheinungen führen.
Wichtige Grundsätze für eine gesunde Ernährung (gelten auch für Fleischesser):
- Alle Lebensmittel möglichst naturbelassen konsumieren, das heißt z.B. Dosen und künstliche Zusätze vermeiden.
- vollwertige Lebensmittel verwenden: Vollkornreis, Vollkornmehl, kein reiner Zucker, etc.
- Bei einer abwechslungsreichen Ernährung ist es kaum möglich, irgend einen ernährungsbedingten Mangel zu bekommen.
- Möglichst viel roh essen (mind. 1/3 aller Nahrung). Durch das Kochen von Früchten und Gemüse werden wertvolle Vitalstoffe zerstört. Die Lebensmittel der Natur brauchen nicht «aufgewertet» zu werden. Erhitzte Nahrungsmittel möglichst meiden (dazu gehören auch alle pasteurisierten Nahrungsmittel). Im Winter sind Trockenfrüchte empfehlenswert.
- Bei empfindlichem Magen sollte darauf geachtet werden, dass Rohkost nicht zusammen mit gekochter Nahrung gegessen wird. Rohkost sollte immer vor dem Gekochten gegessen werden.
- Nicht zuviel Eiweiß [2]. Der Aberglaube, man brauche möglichst viel Eiweiß, ist längst von der Wissenschaft widerlegt und wird nur noch von der Fleisch- und Milchindustrie vertreten. Es ist deshalb nicht nötig, Fleisch durch Milch (-produkte) oder Sojaprodukte (z.B. Tofu) zu ersetzen.
- Nüsse/Samen sind in kleinen Mengen empfehlenswert. Zum Beispiel: Mandeln, Haselnüsse, Baumnüsse, Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne.
- Die Übergangszeit zur vegetarischen Ernährung fällt vielen leichter, wenn sie Tofu oder Seitan [3] verwenden. Dies hat jedoch nur psychologische Gründe (ähnliche Konsistenz wie Fleisch), aus gesundheitlichen Gründen ist dies nicht nötig.
- Im Gegensatz zur immer wieder aufgestellten Behauptung ist eine vegane [4] Ernährung möglich, ohne irgendwelche Mangelerscheinungen zu bekommen.
Fußnoten
[1] siehe dazu Fleischkonsum und Gesundheit (zurück)
[2] siehe dazu Die Deckung des Eiweißbedarfs von Dr. med. M. O. Bruker (zurück)
[3] Seitan ist von der Konsistenz her praktisch identisch mit zartem Fleisch. Es ist in der Schweiz über verschiedene Reformhäuser von der Berner Tofurei, 3714 Frutigen erhältlich. Seitan wird aus biologischem Weizen hergestellt, auch der Eiweißgehalt und der Preis entspricht dem des Fleisches. (zurück)
[4] Hierbei werden sämtliche tierische Produkte weggelassen. Also auch Milch, alle Milchprodukte und Eier. (zurück)