Ein Museum an zwei Standorten

Das Preußen - Museum Nordrhein-Westfalen hat zwei Standbeine, je eines in Minden und Wesel. In Minden wird das Teilmuseum für die preußische Geschichte Westfalens in die Defensionskaserne am Simeonsplatz einziehen. Die Defensionskaserne am Simeonsplatz in MindenDer viergeschossige Bau im Stil des preußischen Klassizismus entstand 1827-1829. Die Simeonskaserne diente nicht nur als Truppenunterkunft, sondern mit einer starken kasemattierten Batterie im Obergeschoss auch zur Verstärkung der Wallverteidigung. Der Außenbau vereinigt nüchterne Funktionsarchitektur an der Wallseite mit klassizistischen Schmuckfassaden an den drei übrigen Gebäudefronten. Während der Sonderaustellungsbereich sich auf ca. 600qm im Erd- und Untergeschoss erstreckt, bleibt das 1. Obergeschoss mit ca. 1000 qm ganz der Dauerausstellung vorbehalten.

In Wesel wird das Teilmuseum für die preußische Geschichte des Rheinlandes im früheren Körnermagazin der preußischen Festungszitadelle, deren Bauzeit vom ausgehenden 17. Jahrhundert bis in das 19. Jahrhundert reicht, seinen Platz finden. Hier ist das "Kulturzentrum Zitadelle" im Entstehen begriffen, das neben dem Preußen-Museum auch Stadtmuseum undDas Haupttorgebäude der Zitadelle zu WeselStadtarchiv aufnehmen wird und bereits die Jugendmusik- und Kunstschule, das Schillmuseum sowie eine Papierrestaurierungswerkstatt der Stadt Wesel umfasst. Preußen-Museum und Stadtmuseum eröffnet sich hier die Perspektive einer inhaltlichen Vernetzung.

Das Körnermagazin, in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet, wurde im 20. Jahrhundert umfangreichen Veränderungen unterzogen. Im Inneren weist nur noch das Kellergewölbe die historische Raumgliederung mit Tonnengewölben auf. Im Erdgeschoss und Obergeschoss entstehen z.Zt. großflächige Raumeinheiten für den Ausstellungsbereich, die den hallenartigen Charakter der historischen Magazinräume wieder aufnehmen. Die Fassade erhält mit Fenster- und Gesimsgliederung weitgehend das alte Gesicht zurück.

Ein transparenter Anbau mit Glaswänden in der nördlichen Verlängerung des Körnermagazins dient als Foyer und integriert die westl. Kasemattentore des erhaltenen Zitadellenwalls.

Der Mitteltrakt des Körnermagazins nimmt den Ausstellungsbereich des Preußen-Museums mit ca. 1900 qm auf. Auf die ständige Ausstellung entfallen ca. 1300qm.

Die Aufgabe beider Museen ist die Darstellung der eigenen Landesgeschichte, soweit sie sich in Beziehung zum preußischen Staatswesen vollzog. Der inhaltliche Aufbau der Dauerausstellungen in Minden und Wesel wird ähnlich strukturiert sein. Als zentrales Gliederungsprinzip soll sich durch beide Ausstellungen die Gegenüberstellung von Region / Provinz und preußischem Gesamtstaat ziehen. Das Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen wird somit zu einem Gutteil auch ein allgemeines Preußen-Museum sein.

Die Eröffnung des Preußen-Museums in Wesel, dessen Grundstein Minister Franz-Josef Kniola am 15.4.1994 legte, ist noch für 1997 geplant.  

  • Die Eröffnung war am 29. November 1998 !

Das Preußen-Museum in Minden öffnete seine Pforten am 16. Juni 1999