Bahnhof

Der Mindener Bahnhof wurde 1847 als Endpunkt der Köln-Mindener Eisenbahnlinie erbaut; den Entwurf lieferte der Königliche Bauinspektor Schelte. Das Gebäude ist ein äußerst stattlicher, neugotischer Werksteinbau, der an englische Schlossarchitektur erinnert und zugleich einen wehrhaften Eindruck vermittelt. Der Gebäudekomplex weist eine dreifache Gliederung auf. Zwei identische, zweigeschossige Kopfbauten werden durch einen eingeschossig ausgeführten, gestreckten Mitteltrakt verbunden. Davor liegt eine dreibogige Vorhalle mit darüber liegender, überdachter Veranda. Die Fassadengestaltung der Giebelfronten zeigt eine ebenfalls symmetrische Gliederung. Ein Mittelrisalit wird von zwei Seitenrisaliten mit Staffelgiebel und Fialen flankiert.

 

Die rhythmische Wiederholung dieser Schmuckform an allen vier Schaugiebeln verleiht dem Bahnhofsgebäude eine besonders malerische Aura. In den beiden Frontgiebeln befinden sich die Wappen der Städte Köln und Minden als Hinweis auf den Anfangs- und Endpunkt der Köln-Mindener Eisenbahnlinie. Der Mindener Bahnhof ist das einzige heute noch genutzte Bahnhofsgebäude entlang der ehem. Köln-Mindener Eisenbahn, dessen äußere Erscheinung und innere Struktur seit der Entstehungszeit bis heute fast unverändert geblieben ist. Er repräsentiert mit seiner symmetrischen, neugotischen Bauweise einen frühen Bahnhofstypus, der in dieser qualitätsvollen Ausführung nicht nur in Westfalen seinesgleichen sucht. Durch die Absenkung des Bahnhofsvorplatzes vor 1914 und weitere spätere Vorbauten ist der architektonische Eindruck mittlerweile erheblich gestört.