Garnisonslazarett

Das Garnisonslazarett der Festung Minden wurde in den Jahren 1829 - 1832 errichtet; es gilt heute als eines der bedeutendsten Zeugnisse des preußischen Klassizismus in Westfalen. Der im Berliner Allgemeinen Kriegs-Departement revidierte und genehmigte Entwurf stammt sicherlich von einem Mindener Ingenieuroffizier, vermutlich vom Ingenieurleutnant Creuzinger. Den langgestreckten, zweigeschossigen Baukörper gliedern breite und wuchtige Pilaster, die jeweils zwei Fensterachsen rahmen. Die Mitte betont ein dreiachsiger Risalit mit enger gestellten, schlankeren Pilastern und flachem Dreiecksgiebel über dem umlaufenden hohen Gebälk mit Architrav und Zahnschnitt-Konsolgesims. Zum ehemaligen Haupteingang führt eine - heute mit Gebüsch zugewachsene - Doppelrampe empor; über der rundbogigen Portalnische stehen, aus Eisen gegossen, die Initialen des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. zwischen Eichen- und Lorbeerzweigen.

Das mit Porta-Sandstein verblendete Gebäude besaß bis zum Umbau in den 1970er Jahren dieses Jahrhunderts eine beschusssichere Bombenbalkendecke über dem Obergeschoss-, darüber war das doppelte Schieferdach ursprünglich mit einer Metalldeckung versehen. Die Rückfront entspricht bis auf die beseitigte und durch ein Plateau ersetzte Freitreppe genau der Hauptfassade zum Simeonsplatz; die Schmalseiten sind schlichter gestaltet. Bei aller Schwere der Gliederungen wirken die Proportionen überaus harmonisch und verleihen dem Baukörper eine bemerkenswerte Eleganz und Leichtigkeit.