Weserfront und Fischerstadt

Als letzter Abschnitt der Mindener Festungswerke wird die Weserfront, d.h. die hohe Mauer vor der Fischerstadt, in den 1830er Jahren fertiggestellt. Die Fischerstadt ist eine frühmittelalterliche Fischersiedlung an der Weserfurt und der wohl älteste Siedlungskern aus vorkarolingischer Zeit. Sie ist noch heute mit meist eingeschossigen, zur Weser giebelständig ausgerichteten Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 19. Jh. kleinmaßstäblich bebaut.

Noch 1830 - die Wälle und Gräben der Festung waren bereits weitgehend erbaut - forderten die Bürger der Fischerstadt die baldige Fertigstellung der Festungsmauer, um besser gegen Hochwasser, Eis und weitere Gefahren geschützt zu sein. Das Hornwerk Fischerstadt war ein entlang der Weser, in nördlicher Richtung ausgestrecktes Vorwerk vor dem Hauptgraben der eigentlichen Stadtfestung.

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Es bestand aus einer hakenförmigen Wallanlage, die die Fischerstadt nach Westen und Norden umschloss, und einer nach 1830 entlang dem Flussufer errichteten imposanten Mauer mit Scharten zur Gewehr- und Kanonenverteidigung. Die Mauer schloss sich an die Front des Redan X oberhalb der Schlagde an. Die befestigte Fischerstadt konnte von der Stadt aus beherrscht werden und war durch das innere Fischertor mit einer über einen Wassergraben führenden Bohlenbrücke verbunden. Im Jahre 1878 beschloss die städtische Entfestigungskommission den Abbruch der Fischerstadtmauer bis zur Brusthöhe. Ihre Funktion als Hochwasserbarriere sollte erhalten bleiben; bereits 1881 war der Teilabbruch der Fischerstadtmauer erfolgt.