Das Fort C

Das kleine, detachierte Fort C, wurde als moderner, eigenständiger Teil der Mindener Bahnhofsbefestigung konzipiert. Es liegt südlich vorgelagert direkt an der Trasse der Köln-Mindener Eisenbahn und war durch einen Communicationsdamm, der zum Kölner Tor führte, mit der geschlossenen Bahnhofsbefestigung verbunden. Das Fort C ist mit einem Wassergraben, gedecktem Weg und dem Glacis - eine freie, einsehbare Schussfläche im Vorfeld - umgeben. Im Zentrum der Anlage befindet sich das Reduit, ein

zweigeschossiges Rückzugsgebäude auf pilzförmigem Grundriss. Der Eingang zum Fort bzw. zum Reduit erfolgt über je eine getrennte Zugbrücke. Das Bauwerk besteht aus massivem ca. 18o cm dickem Ziegelmauerwerk mit vorgeblendeter Fassade aus Porta-Sandstein. Über der Gewölbedecke liegt ein bombensicheres Grassodendach mit einer ca. i5o cm mächtigen Lehmschüttung.

Im Obergeschoss befinden sich 11 Kanonenscharten, das Untergeschoss ist zur Gewehrverteidigung eingerichtet. Im Gebäudeinneren befand sich ein Verbrauchspulvermagazin sowie eine Latrine und ein Brunnenschacht zur Frischwasserversorgung. Das Reduit sollte im Fall der Einnahme die selbständige Verteidigung ermöglichen. Im Innenhof des Forts befindet sich eine weitere Kasematte mit Pulvermagazin, Wachraum und Latrine. Über schräge Rampen wurden die Kanonen auf den Wallterrassen in Stellung gebracht. Durch die umgebenden Wallanlagen sind an zwei Stellen Poternen - tunnelartige Gänge - geführt, die zu den äußeren Grabenstreichen führen. Diese sind zur Gewehrverteidigung eingerichtet. Die strategische Aufgabe des vorgelagerten Fort C bestand darin, eine Annäherung feindlicher Truppen an die südliche Kehlfront der Bahnhofsbefestigung zu verhindern.

 

zur Preußentour

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