Heeresbäckerei und Proviantmagazin

Monumentale Militärbauten im Stil des preußischen Klassizismus sind noch heute für Minden stadtbildprägende Elemente. Einige dieser Bauwerke zählen heute zu den herausragenden Zeugnissen des preußischen Klassizismus in Westfalen. Zwei Bauten von ungewöhnlicher Monumentalität sind die ehemalige Heeresbäckerei und das Proviantmagazin in der oberen Altstadt. Beide Gebäude dienten zur Versorgung der in Minden stationierten Truppen.

die Heeresbäckerei 1999

In den Jahren 1832/34 wurde die Heeresbäckerei erbaut. Im Erdgeschoss, etwa 1,30 m unter dem Geländeniveau, befanden sich die Brot- und Backstube. Im ersten Obergeschoss waren die Wohnung des Backmeisters
und eine Mehlkammer untergebracht. Darüber lag eine beschusssichere Bombenbalkendecke. Das Dachgeschoss und die beiden Böden dienten zur Lagerung von Naturalien. Die massiven Mauern bestehen aus Klinkermauerwerk mit vorgesetzter Sandsteinverblendung. Die Fronten sind in je fünf bzw. drei Fensterdoppelachsen gegliedert. Prägende Gestaltungsmerkmale sind die Lisenenarkaden mit hohen Segmentbögen und zurücktretenden Mauerflächen in den Arkadenfeldern sowie mächtige Gesimsbänder und Volutenkonsolen. Der gesamte Baukörper mit seiner Grundfläche von 26 x 16 m wirkt klar durchgeformt und ausgewogen proportioniert. Die solide Ausführung sowie die strenge funktionsorientierte aber zugleich anspruchsvolle Gestaltung lässt den Einfluss der Schinkel-Schule deutlich erkennen.

 

das Körnermagazin 1999

Das Proviantmagazin, später auch Körnermagazin Nr. 1 genannt, wurde in den Jahren 1835/36 angrenzend zur Bäckerei errichtet. Der von Mindener Ingenieur-Offizieren - vermutlich Major von Uthmann und Hauptmann Wegelin - ausgearbeitete Entwurf wurde im Allgemeinen Kriegs-Departement in Berlin überarbeitet und korrigiert. Der monumentale Baukörper auf einer Grundfläche von 42 x i6 m und einer Höhe von ca. 2o m zeigt vier Vollgeschosse über dem gewölbten Kellergeschoss. Sie werden durch 11 bzw. vier Fensterachsen gegliedert. Über dem obersten Geschoss lag die 'bombensichere' Decke. Darüber befanden sich zwei Dachgeschosse mit dem sog. Schneeboden. Das schiefergedeckte Dach besaß 32 liegende, gusseiserne Gaupen zu jeder Traufseite. Die Fenster sind einheitlich mit einem plastisch aufgelegten Rundbogen gekrönt. Die Geschosse sind durch breite Gurtgesimse betont. Durch Abgraten der Fugen erscheint die Werksteinverkleidung des Erdgeschosses gebändert. Zwei niedrige Vorhäuser mit Satteldächern dienten als Zugänge zu den Kellern an der Nordseite.