Was heißt Taekwondo?
Eine einfache Definition zu finden ist kaum möglich. Frei übersetzt bedeutet Taekwondo „Kunst des Fuß- und Handkampfes.“ Aus jahrhundertealten Techniken entwickelte sich eine vielschichtige, sich ständig verändernde Kampfkunst und Kampfsportart koreanischen Ursprungs.
Die wörtliche Übersetzung aus dem koreanischen heißt:
Tae: steht für die Fuß- und Beintechniken und bedeutet stoßen, treten, springen oder mit dem Fuß zerschmettern.
Kwon: heißt wörtlich Faust und steht für die Hand- und Armtechniken.
Do: bedeutet „Weg, die Lehre, die Methode“ weist auf den körperlichen und geistigen Weg und Reifeprozess hin, der mit der Ausübung verbunden ist.
Es handelt sich also um einen Weg, Körper und Geist durch das Training der Techniken und des Kampfes zu schulen. Das Training wird grob in zwei Bereich gegliedert: Erstens die älteren traditionellen Techniken und Disziplinen um die Grundlagen, in dem der Schüler unterrichtet wird, zu erlernen. Zweitens trainiert der Schüler die modernen Wettkampftechniken, die zum sportlichen Vollkontaktwettkampf führen.
Die Grundtechniken zählen zu den traditionellen Techniken und stellen die Basis des Taekwondo dar. Praktisch alle Techniken des Taekwondo werden im Gruppentraining, durch Partnerübungen, im Stehen, im Gehen oder im Drehen unterrichtet. Je nach Ausbildungsstand des Schülers wird der technische Schwierigkeitsgrad abgestimmt. Die Grundschule jedoch bleibt für Schüler und Meister gleich. Auch der Meister übt täglich seine Schlagtechniken, mit der sich der Schüler in den ersten Unterrichtsstunden abmüht, er wird sie jedoch besser beherrschen. Es ist also nicht das Was, sondern das Wie, das den Anfänger vom Fortgeschrittenen unterscheidet.
Aufbauend auf die Grundtechniken folgen die Bewegungsformen (das sind festgelegte Technikfolgen die Hyongs oder Poomse genannt werden), Einschrittkampf, Selbstverteidigung und der Bruchtest wobei beim Bruchtest die korrekte Technik und Stärke der Wirkung überprüft wird. Es wird angestrebt, die Automatisierung der Techniken zu erreichen, erst dann wird aus dem Kennen das Können. Die Grundtechniken und die Bewegungsformen haben im fortgeschrittenen Zustand meditativen Charakter. Wie im Wettkampf gibt es ebenfalls auch im Bereich Poomse/Hyongs sportliche Wettkämpfe. Durch fortdauerndes Training und nähren Beschäftigung der Bewegungsformen wird der Taekwondosportler mit der Philosophie Ostasiens bekannt gemacht.
Im traditionellen Bereich werden die im Training erworbenen technischen Kenntnisse in Abwehr-, Konter- und Angriffstraining umgesetzt. Da die Grundtechniken in der Ausführung sehr hart sind erfolgen die Übungen beim Training in Form von Einschrittkampf und Selbstverteidigung ohne Kontakt (hier ist absolute Kontrolle und Körperbeherrschung gefragt!). Der Schüler lernt durch das Abstoppen die Kontrolle über seine Technik und dadurch die Achtung vor und die Verantwortung für den Partner bzw. Gegner. Das moderne Wettkampftaekwondo hat sich von der Grundschultechnik differenziert, um einen sportlichen Wettkampf möglich zu machen. In der Ausführung sind die Wettkampftechniken schneller und einfacher zu erlernen und in der Wirkung nicht ganz so hart, wie traditionelle Techniken. Das Wettkampftaekwondo wird in Vollkontakt ausgetragen und unterliegt strengen Wettkampfregeln. Da für den Kämpfer der Wettkampf so gefahrvoll ist, müssen die Kämpfer für bestimmte Körperteile eine Schutzkleidung tragen, die vor Verletzungen schützen. Der Taekwontoschüler wird im Kampftraining mit Konditions-, Taktik- und Gegnertraining auf den Kontakt mit einem realen Gegner vorbereitet. Das Durchstehen der festgelegten Kampfzeiten übt Eigenschaften wie Mut und Entschlossenheit, Widerstandsfähigkeit und Durchhaltevermögen, so daß darüber hinaus die Selbstverteidigungsfähigkeit im „Ernstfall“ erheblich gesteigert wird. Der Schüler lernt auch hier im Training mit Partner Verantwortung, Selbstbeherrschung und Ehrenhaftigkeit, außerdem vermittelt das gemeinsame Training Zusammengehörigkeit und Halt. Das Zusammenwirken der geistigen Faktoren wird als „Do“ bezeichnet, das sich ohne direkt angesteuert zu werden, im Taekwondo vollzieht. Die Anfängerzeit mit ständigen Wiederholungen gleichartiger Übungen erfordert viel Geduld, Ausdauer und Willenskraft. Ein regelmäßiges Training verbessert das Allgemeinbefinden und verschafft ein gesundes seelisch-körperliches Gleichgewicht, erhöht die Behendigkeit und Beweglichkeit (physisch wie psychisch)und lehrt, die Dinge mit dem nötigen Abstand zu betrachten. Der Körper wird geschmeidig. elastisch und kräftig. Taekwondo hat für den Einzelnen, je nach Lebensalter und Persönlichkeit eine unterschiedliche Bedeutung, für jeden aber ist Taekwondo ein Weg für Körper und Geist.
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