Arbeitsgemeinschaft Schleiereulenschutz im Altkreis Minden
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Eule
 

Archiv

Aktuelle Ereignisse

19.07.2010

Vereinzelt Spät- und Zweitbruten

Auf Grund des guten Nahrungsangebots für Schleiereulen gibt es in diesem Jahr einige große Spät- und Zweitbruten. In einem Kasten brütet eine Schleiereule auf neun Eiern, die bereits in einem nur einige hundert Meter entferntem Kasten mehrere junge Schleiereulen großzog. In Quetzen fanden wir in einem Kasten eine Eule auf 10 Eiern vor. Dieser Kasten war in diesem Jahr schon einmal belegt, ob von der gleichen Eule können wir nicht sagen. Bei der ersten Brut konnten wir lediglich das Männchen abfangen. Trotz dieser erfreulichen Ergebnisse scheint die Zahl der in diesem Jahr bei uns aufwachsenden jungen Schleiereulen gering zu bleiben. Viele der Kästen, die wir auf Spätbruten kontrollierten, sind nicht erneut belegt, es handelt sich bei den einigen bekannten Spät- und Zweitbruten vermutlich nur um Einzelfälle.

10 Schleiereuleneier

Großes Schleiereulengelege: in Quetzen
bebrütet eine Schleiereule 10 Eier

 

26.06.2010

Immer noch relativ wenig Schleiereulennachwuchs

Bisher konnten wir in diesem Jahr nur um die 60 junge Schleiereulen beringen. Sollte es also nicht noch zu Spät- oder Zweitbruten kommen, wird die Zahl der beringten Jungeulen wohl wieder weit hinter dem Durchschnitt anderer Jahre zurückbleiben (vgl. Statistik). Grund dafür ist vermutlich der strenge Winter, der unter den ausgewachsenen Schleiereulen anscheinend viele Opfer gefordert hat. An Nahrung scheint es hingegen nicht zu mangeln, dafür spricht neben der durchschnittlich eher großen Gelegegröße auch die Beobachtung von u.a. Landwirten, die von vielen Mäusen berichten.

Etwas anders ist das Bild bei den Turmfalken. In diesem Jahr konnten wir schon deutlich über 100 junge Turmfalken beringen, es werden in diesem Jahr vermutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Möglicherweise haben die Falken den Winter besser überstehen können.

Junge Schleiereulen Junge Turmfalken
Eine junge Schleiereule in Wasserstraße Kleine Turmfalken im Einflugbereich eines Schleiereulenkastens

 

08.06.2010

Auch in Hille brütete der Steinkauz erfolgreich

Der Steinkauz belegt zwar inzwischen auch Schleiereulenkästen, aber auch die für ihn aufgehangenen Steinkauzröhren nimmt er an. In Hille konnten wir zwei junge Steinkäuze beringen, die in einer Röhre aufwuchsen.

Während dessen fingen wir an einem Kasten in Ovenstädt eine adulte Schleiereule ab, die wir erst einige Tage zuvor an einem Kasten in Heisterholz beringten.

Adulter Steinkauz in Hille

 

Junge Steinkäuze in Hille

30.05.2010

Steinkauz brütet wieder in Schleiereulenkasten

Das Steinkauzweibchen am Schleiereulenkasten in Maaslingen
Steinkauzweibchen in Maaslingen
Steinkauzeier in einem Schleiereulenkasten in Maaslingen
Steinkauzeier im Schleiereulenkasten

In einem Schleiereulenkasten in Maaslingen brütete im letzten Jahr zum ersten Mal ein Steinkauz in einem von uns kontrollierten Schleiereulenkasten. In diesem Jahr brütet im gleichen Kasten der gleiche Steinkauz wieder. Als wir im letzten Jahr am 31. Mai kontrollierten, hatte der Steinkauz bereits zwei Jungvögel sowie ein unbefruchtetes Ei. In diesem Jahr kontrollierten wir nur einen Tag eher, diesmal fanden wir drei Eier vor. Von diesen war allerdings erneut eines unbefruchtet. Es zeigt sich aber auch, dass nicht nur die Schleiereulen und Turmfalken in diesem Jahr später als gewöhnlich mit der Brut beginnen, auch der Steinkauz ist etwas später dran.

Tyto alba alba - Heisterholz

 

 

 

15.05.2010

Sechs junge Schleiereulen am Großen Weserbogen

Junge Schleiereulen am Großen WeserbogenGestern kontrollierten wir unter anderem einen Schleiereulenkasten am Großen Weserbogen. An diesem Kasten konnten wir zwei Altvögel abfangen, beide waren beringt. Das Weibchen mit der Ringnummer 4277811 beringten wir im letzten Jahr am gleichen Schleiereulenkasten als Brutvogel, es hatte damals vierJungvögel. Das Männchen mit der Ringnummer 4288649 beringten wir 2007 ebenfalls an diesem Schleiereulenkasten, damals mit fünf Jungvögeln.
In diesem Jahr haben diese beiden Schleiereulen am Großen Weserbogen sechs Jungvögel (s. Foto). Diese Jungvögel sind gleichzeitig die ersten jungen Schleiereulen, die wir in diesem Jahr beringen konnten.

An einem anderen Kasten in Holtrup brütet ein Turmfalkenweibchen mit der Ringnummer 5346322, dieses Weibchen brütete im letzten Jahr im gleichen Kasten und bekam auch im letzten Jahr von uns eben jenen Ring.
Die abgefangenen Altvögel sind also alle standortreu.

 

12.05.2010

Erste Bruten in diesem Jahr

Innerhalb der letzten Tage führten wir erstmals in diesem Jahr in größerem Umfang Brutplatzkontrollen durch. Sieben Schleiereuleneier Junge Schleiereulen

Am Samstag konnten wir unser erstes Schleiereulengelege in diesem Jahr mit immerhin sieben Eiern registrieren. Am Sonntag kam eine Brut hinzu, in der bereits Jungvögel geschlüpft waren.

Eine Schleiereule, die wir im letzten Jahr (20.06.2010) als Jungvogel in Minden-Meißen beringt haben, hat in diesem Jahr im angrenzenden Schaumburger Gebiet bereits ein Gelege mit acht Eiern. Wir sind gespannt, ob es diese noch nicht einmal ein Jahr alte Eule schafft, dass alle Jungvögel ausfliegen.

Es ist naheliegend zu vermuten, dass es in diesem Jahr wenige, aber große Bruten geben wird. Mäuse scheint es mehr als genug zu geben, auf Grund des harten und langen Winters mit einer über Wochen geschlossenen Schneedecke in weiten Teilen Deutschlands und Westeuropas, dürfte aber die Zahl der Schleiereulen erheblich dezimiert sein.

 

04.04.2010

Wiederfundmeldung aus Dänemark

Am 26. März wurde eine von uns beringte Schleiereule in Augustenborg, Dänemark, aufgefunden.
Die Eule wurde am 24. Mai 2005 in Meißen als Nestling beringt. Jetzt, in einem Alter von fast 5 Jahren, wurde sie tot in einer Scheune, etwa 304km von ihrem Geburtsort entfernt gefunden.

Wie einige andere unserer Eulen findet man sie jetzt auch in der Statistik Wiederfunde, in der wir Schleiereulen auf einer Karte darstellen, die besonders weit von ihrem Beringungsort im Kreis Minden-Lübbecke entfernt wiedergefunden wurden.

[Nachtrag vom 12.05.2010]  Die gemeldete Eule stammte nicht aus unserem Gebiet, sie wurde auch nicht von uns beringt. Es handelt sich um eine Falschmeldung, die durch einen Zahlendreher zustande gekommen ist. Die Eule wurde auch wieder aus unserer Statistik Wiederfunde entfernt. [/Nachtrag]

 

04.02.2010

Steinkauzjahr 2009 - Bestandserfassung

1. Untersuchungsgebiet
Der NABU Kreis Minden-Lübbecke betreut die Steinkauzbrutplätze im nördlichen Bereich des Wiehengebirges. Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich von Pr. Oldendorf bis nach Südhemmern. Wichtige Lebensräume für den Steinkauz stellen hier die Rauhe Horst, bis vor einigen Jahren auch die Bastau Wiesen, Reste hofnaher Streuobstwiesen und Weideland in der näheren Umgebung der Ortschaften dar.

2. Anzahl der Niströhren
In diesem Gebiet befinden etwa 100 künstliche Niströhren. Die Kästen, in denen Brutpaare des Steinkauz zu erwarten sind, werden jährlich im Juni kontrolliert. Die übrigen Kästen werden im Abstand von zwei bis drei Jahren überprüft. Die Anzahl der Jungvögel wird festgehalten und der Kasten bei Bedarf gesäubert. Notwendige Reparaturen werden im Herbst durchgeführt.

Steinkauz

Foto: Karin Bohrer, Juni 2006

3. Steinkauzbestand 2009

 

Anzahl

Brutpaare (insgesamt)

12

Brutpaare (mit Jungvögel)

9

Brutpaare (ohne Jungvögel)

3

Jungvögel

24

taube Eier

2

Todfunde (Altvogel)

1

Todfunde (Jungvogel)

-

 

4. Auswertung
Die Anzahl von 10 - 12 Brutpaaren (BP) bleibt seit zehn Jahren etwa konstant. Festzuhalten ist jedoch, dass in den letzten acht Jahren elf Steinkauzpaare ihren Brutplatz aufgegeben haben. Ausgeglichen wurden diese Verluste zum einen durch die Ansiedlung neuer Standorte. Zum anderen konnten neue Paar z. T. in Naturhöhlen entdeckt werden. Die scheinbar gleichbleibende Zahl der Brutpaare spiegelt also nicht den negativen Trend wieder. Erloschene Brutplätze finden sich im westlichen Bereich der Bastau Wiesen (4 BP). Hier hat sich in den letzten Jahren der Steinkauzlebensraum verschlechtert, da aufgrund der zurückgehenden Viehbeweidung kurzrasige Flächen fehlen. Lebensraumveränderung (5 BP), wie die Umwandlung von Wiesen in Ackerflächen und den Verlust von Bäumen mit Bruthöhlen, spielen eine weitere Rolle. Todfunde (2 BP) - wahrscheinlich verursacht durch den Steinmarder - kommen hinzu.

Von Karsten Grewe

 

01.01.2010

Jahresrückblick 2009

[Nachtrag vom 21.03.2010] Die Daten des Jahres 2009 sind jetzt auch in die Statistik "Jungvögel und Brutpaare" eingeflossen. Diese findet sich auf dieser Internetseite unter dem Punkt "Statistik" [/Nachtrag]

Nach den sehr schlechten Zahlen im Jahr 2009 hatten wir nicht erwartet, dass es noch zu Spätbruten kommen würde. Wir wurden allerdings positiv überrascht, und so konnte sich die Zahl der beringten Jungvögel von 61 im Juli auf 89 verbessern. Dennoch gab es innerhalb der letzten 20 Jahre in unserer Region kein ähnlich schlechtes Ergebnis.
Somit konnten wir 2009

Turmfalke



     103 Schleiereulen, davon
          89 Jungvögel und
          14 Altvögel,

     125 Turmfalken, davon
          110 Jungvögel und
          15 Altvögel,

     7 Steinkäuze, davon
          6 Jungvögel und
          1 Altvogel und

     6 Waldkäuze, davon
          5 Jungvögel und
          1 Altvogel

im Altkreis Minden beringen.

 

 

 


Während der Kontrollen wurden 20 Schleiereulen, 2 Turmfalken, 1 Steinkauz und 2 Waldkäuze abgefangen, die von uns in den letzten Jahren beringt wurden.

Die Ergebnisse im Landkreis Schaumburg, betreut durch Klaus Otten, fielen ähnlich schlecht aus. Bei 37 kontrollierten Nistkästen konnten lediglich 5 Bruten festgestellt werden, nur 2 davon waren erfolgreich. Es gab weder Spät- noch Zweitbruten.
Bei den Beringungen zeigt sich damit folgendes Bild:

     13 Schleiereulen, davon
          9 Jungvögel und
          5 Altvögel,

wurden hier beringt. Zwei der beringten Altvögel wurden als Weibchen bestimmt, zwei weitere als Männchen, ein Altvogel blieb unbestimmt. Darüber hinaus konnten 4 bereits beringte Schleiereulen als Wiederfunde aufgenommen werden.

Neben den Schleiereulenbruten gab es in 5 Nistkästen erfolgreiche Turmfalkenbruten. In drei der fünf Fälle brachten diese Bruten 4, im vierten Fall 3 Jungvögel hervor. Die Anzahl der Jungvögel im letzten Fall ist nicht bekannt.
Außerdem sorgte ein Waldkauzpaar, das ebenfalls einen Kasten belegte, mit 3 jungen Käuzen für Nachwuchs.
Ein Nistkasten war Brutplatz eines Mauerseglerpaares, hier gab es 5 Jungvögel, wobei nicht bekannt ist, wie viele davon ausflogen.

 


Berichte aus vergangenen Jahren finden Sie im Archiv

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