Arbeitsgemeinschaft Schleiereulenschutz im Altkreis Minden
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Berichte aus dem Jahr 2010

 

Mindener Tageblatt, 11.11.2010 (www.mt-online.de)

Eulenkasten im Turm der Barkhauser Kirche

Naturschützer suchen weitere Brutstätten

Porta Westfalica-Barkhausen (rkm). Helfer vom Verein Naturschutz und Heimatpflege Porta haben im Turm der Barkhauser Kirche einen Nistkasten angebracht, der Schleiereulen als Brutstätte dienen soll, aber auch Turmfalken interessieren dürfte.

Anbringung des Schleiereulenkastens
Dank des Einsatzes der Naturschützer Erwin Mattegiet,
Friedel Hauptmeier und Kurt Saule (von links) können
Schleiereulen oder Turmfalken jetzt im Turm der Barkhauser
Kirche einen neuen Nistplatz finden. Foto: Robert Kauffeld

Im Jahre 2007 lief die Aktion "Lebensraum Kirchturm", an der sich über 200 Kirchen in Nordrhein-Westfalen beteiligten. Sie ermöglichten den Naturschützern, in oder an den Türmen der Gotteshäuser Nistkästen anzubringen. So wurden auch die Naturfreunde aus Porta und Bad Oeynhausen tätig und schufen Nistgelegenheiten – wie jetzt in Barkhausen.
"Wir sind dem Pastorenehepaar Hüffmann und dem Presbyterium für diese Hilfe sehr dankbar", sagt Erwin Mattegiet, Landschaftswächter für den Kreis Minden-Lübbecke. Sein Naturfreund Friedel Hauptmeier hatte alle technischen Voraussetzungen für das Anbringen des großen Kastens geschaffen, der vom Wittekindshofer Berufsbildungswerk in Eidinghausen gefertigt wurde. Mit Kurt Saule, einem weiteren Naturschützer, war die Arbeit schnell geschafft.
Die Voraussetzungen waren günstig, weil im Turm ein Fenster geöffnet werden konnte, hinter dem der Nistkasten angebracht wurde. Natürlich wurden weitere Öffnungen verschlossen, damit kein Kot oder Gewölle ins Turminnere gelangt und insbesondere Tauben das Eindringen verwehrt wird.
Pastorin Dorothea Hüffmann und Baukirchmeister Friedhelm Grannemann waren bei der Aktion interessierte Zuschauer, die sich auch davonüberzeugen konnten, dass fachgerechte Arbeit geleistet wurde und am Kirchturm keine Schäden entstanden. Von den Naturschützern in Löhne war Stefan Galle gekommen, der alles filmte und so darüber seinen Freunden berichten kann.
Die Naturschützer aus Porta wollen mit weiteren Kirchengemeinden Kontakt aufnehmen, denn "die Barkhauser Aktion soll erst der Anfang dieser Artenschutzmaßnahme im Kirchenkreis Minden sein", sagte Erwin Mattegiet. "Vielleicht meldet sich ja mal ein Pastor bei uns." Ansprechpartner ist der Verein für Naturschutz und Heimatpflege Porta, Telefon (0571) 79 11 65.

 

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Neue Westfälische, 06.10.2010 (www.nw-news.de)

Loher Kinder wissen, wie Eulen schnarchen

Gerhard Neuhaus beringt Schleiereulen unter den aufmerksamen Augen der Kinder der Kita Pusteblume
Neugierig: Erzieherin Antje Brandt,Nick, Florentine Leo mit Mutter Verena Diekmann, Erwin Mattegiet vom Naturschutzverein.

Nummerierte Ringe und viele Fragen

Bad Oeynhausen (nw).
Schön sind sie nicht – die Eulenbabies mit ihren strubbeligen Wattepelzen, befanden Kinder, Erzieherinnen und Eltern des evangelischen Kindergarten "Pusteblume" auf der Lohe – und dann schnarchen die Eulen auch noch. Landschaftswart Erwin Mattegiet hatte zusammen mit seinen Kollegen die Kinder eingeladen beim Beringen der Eulenjungen dabeizusein. Die Kinder durften nicht nur zusehen, sondern die Eulchen auch streicheln, vorsichtig halten und natürlich viele Fragen stellen. "Die Ringe zum Beispiel bekommen die Eulen, damit man nachvollziehen kann, wohin und weit so eine Eule in ihrem Leben fliegt. Auf den Ringen ist eine Nummer und wenn man eine kranke oder tote Eule findet, soll man das unbedingt dem Naturschutzbund mitteilen", erklärte Mattegiet den Kindern.

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Evangelischer Kindergarten Pusteblume (www.pusteblume-lohe.de)

Weißt du, was die Eulen träumen…?

… das wissen wir immer noch nicht. Aber wir, Kinder, Erzieherinnen und Eltern aus dem Ev. Kindergarten Pusteblume auf der Lohe, wir wissen jetzt wie Eulenbabies aussehen und dass sie nachts schon auch mal ganz schön laut schnarchen können.

Schön sind sie wirklich nicht, mit ihrem strubbeligen weißen Wattepelzchen und ihren ernsten schwarzen Gesichtern. Aber sie sind ganz süß und ganz weich und: sie stinken ein bisschen.
Woher wir das wissen? Und auch die Geschichte mit dem Schnarchen? Tja, das war echt eine ganz tolle Sache. Letzte Woche hat uns Herr Mattegied vom Naturschutzbund zusammen mit seinen Kollegen eingeladen, beim Beringen junger Eulenbabies dabei zu sein. Wow! So etwas bekommt ja wirklich nicht oft zu sehen.
Die Männer mit den Ringen waren sehr nett. Drei kleine Eulen holten sie aus ihrem Nest und während sie ihnen den Fußschmuck anlegten, durften wir nicht nur zusehen, sondern die Eulchen auch streicheln, vorsichtig halten und natürlich viele Fragen stellen. Die Ringe zum Beispiel bekommen die Eulen, damit man nachvollziehen kann, wohin und weit so eine Eule in ihrem Leben fliegt. Auf den Ringen ist eine Nummer und wenn man eine kranke oder tote Eule findet, soll man das unbedingt dem Naturschutzbund mitteilen.
Außerdem haben wir erfahren, dass kleine Eulen richtig viel fressen können: eine ganze Maus vertilgt so ein Baby ohne Probleme. In Jahren, in denen es wenig Mäuse gibt, gibt es dann auch wenig Eulen – weil nicht genug zu fressen da ist.
Die Eulenfamilie, die wir Pusteblumenkinder kennenlernen durften, hat wie gesagt drei Babies. Aber eine Eulenmama kann noch deutlich mehr Eier legen. Ein Nest mit dreizehn Babies hat Herr Mattegiet schon mal gesehen. Das ist ganz schön viel – damit kann man fast eine eigene Kindergartengruppe aufmachen.
Bevor die Eulenbabies zurück in ihr Nest kamen, waren wir ein wenig besorgt, dass ihre Mama sie nun nicht mehr annimmt, weil sie nach Menschenkindern riechen. Kein Problem. Eulen können nix riechen. Dafür können sie richtig gut sehen, sogar nachts, wenn es dunkel ist. Dann gehen Eulen auf die Jagd. Man nennt das nachtaktiv. Und wer nachts aktiv ist, der hat natürlich auch keine Zeit zum Träumen!

->->Dieser Bericht findet sich auch auf unserer Seite Aktuell mit ein paar weitergehenden Informationen. Dort finden sich auch einige Bilder von der Beringungsaktion.<-<-

Der Artikel stammt von der Internetseite des Kindergartens Pusteblume unter folgendem Link:
http://www.pusteblume-lohe.de/pageID_10385816.html

Die Rechte an den Texten und Fotos des Kindergartens Pusteblume liegen bei Selbigem.


 

 

Westfalen Blatt, Oktober 2010 (www.westfalenblatt.de)

Pressebild BeringungPusteblume: Bei Eulen zu Gast

Landschaftswart Erwin Mattegiet aus Dehme (hinten, links), zugleich Mitglied der Arbeitsgruppe Natur- und Umweltschutz, hat Mädchen und Jungen im Loher Kindergarten Pusteblume jetzt die Lebenswelt der Eulen nähergebracht. Die Kinder waren beim Beringen junger Eulenkinder dabei. Drei kleine Eulen wurden mit den Ringen versehen. Auf den Ringen ist eine Nummer notiert, um sie später wieder zurordnen zu können. Die Sorge, dass die Euleneltern die Kinder nicht wieder annehmen würden, war nicht notwendig, da die Eltern den Kontakt mit dem Menschen als Geruch nicht wahrnehmen. Im Bild sind Erzieherin Antje Brandt, Nick und Florentine Leo mit Mutter Verena Diekmann.

 

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Westfalen Blatt, 04.09.2010 (www.westfalenblatt.de)

Ein kleiner Ring fürs Leben

"Klepperbande" besucht acht junge Schleiereulen

Beringung einer junge Schleiereule
Gerhard Neuhaus (rechts) und Jan Brunkhost von der Arbeitsgemeinschaft Schleiereulenschutz im Altkreis Minden beringen Jungtiere. Nicht jeder mag dabei zuschauen. Foto: Niklas Krusberski

Bad Oeynhausen-Dehme (nkr). »Gibt es jemanden, der die Eulen nicht halten möchte?«, fragt Gerhard Neuhaus zur Sicherheit. Doch die »Klepperbande« der Gemeinde kennt keine Berührungsängste. Große und kleine Tierfreunde helfen bei der Beringung von acht jungen Schleiereulen.

Zuvor hatte Landschaftswart Erwin Mattegiet die vier bis fünf Wochen alten Stubenhocker aus der umgebauten Trafostation in Dehme geholt. Dort wurden sie an Ort und Stelle und in Abwesenheit ihrer Eltern mit kleinen Metallringen versehen. Die Beringung soll den Naturschützern Auskunft über die Paarbildung und das Zugverhalten der Tiere geben. Wer eine beringte Eule findet, kann dies der Vogelwarte Helgoland melden und erhält dann nähere Informationen zu dem Vogel. »Uns haben schon Leute aus der ganz Welt angerufen, die unsere Eulen gefunden haben«, berichtet Jan Brunkhorst den verblüfften Zuhörern. Aber es gibt nicht nur Positives zu berichten. Der lange Winter ließ viele Schleiereulen verhungern. Die geschlossene Schneedecke schützte die Mäuse vor den nachtaktiven Jägern. Doch die Eulenforscher sind vorsichtig optimistisch. Jan Brunkhorst: »Momentan besteht ein großes Nahrungsangebot, da viele Mäuse den Winter überlebt haben. Die Schleiereulen nutzen das und legen größere Bruten an.« Im vergangenen Jahr waren nur 97 Jungeulen im Altkreis Minden erfasst worden, so wenige wie zuletzt vor 20 Jahren. Mehr über diese Tiere gibt es im Internet.

 

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Mindener Tageblatt, 31.08.2010 (www.mt-online.de)

Eulenkinder im Trafohäuschen beringt

Erwin Mattegiet mit Junger Eule
Erwin Mattegiet hält die jungen Eulen mit geschicktem und sicheren Griff in den Händen.
Junge Schleiereulen in einer Ecke des Turms
Eng aneinander gekuschelt wohnen hoch oben unter dem Dach des Trafohäuschens fünf Eulenkinder. Fotos: Gisela Schwarze

Population nach zwei mageren Jahren wieder verbessert / Aktion wichtig für Angaben über Bestand

Von Gisela Schwarze
Porta Westfalica-Costedt (G.S.). Auf dem Dachboden des ausgedienten Trafohäuschens hinter der Freizeitanlage Großer Weserbogen wachsen in luftiger Höhe fünf Schleiereulenküken heran.

Etwa drei Wochen jung sind die gefiederten Freunde, die nun beringt wurden.
Landschaftswart Erwin Mattegiet aus Bad Oeynhausen-Dehme, Eulenberinger Gerhard Neuhaus aus Minden und Jan Brunkhorst aus Petershagen schritten mit den nötigen Utensilien zur Tat, um die Jungeulen mit Kennringen in Form von nummerierten Alufußbändern auszustatten.
Das Trio gehört zum Greifvogel-Schutzprogramm der Arbeitsgemeinschaft (AG) Naturschutz Bad Oeynhausen und zur Arbeitsgemeinschaft Scheiereulenschutz im Altkreis Minden.
Während die flaumigen Eulenkinder trocken und warm im Trafohaus saßen, gestaltete sich die Beringung für alle anderen Beteiligten als überaus feucht, sogar als unangenehm nass. Auf den Zugangswegen zur Eulenwohnung waren Schlamm und kleine Seen zu passieren und prasselnder Regen sorgte zusätzlich für ständige Güsse von oben.

Wichtig: zuverlässige Angaben über Bestand

Gerhard Neuhaus ist der offizielle Beringer für den Altkreis Minden und besitzt die offizielle Berechtigung des Instituts für Vogelforschung der Vogelwarte Helgoland. "Nur durch eine Beringung und die dazu gehörige Registrierung der Schleiereulen kann man zuverlässige Angaben über den Bestand machen", so Neuhaus.
Wie ein Wollknäuel aneinander gekuschelt erwarteten die fünf weiß gefiederten Greifer in einer Ecke des Dachbodens die ungewöhnlichen Dinge, die bei Tageslicht passierten.
In einem sicheren Transportkorb wurden die Küken auf einer Leiter aus der Spitze des Trafohäuschens heraus sieben Meter tiefer in den Eingangsbereich nach unten gebracht. Dort waltete Gerhard Neuhaus seines Amtes und verpasste einem Jungtier nach dem anderen den Registrierring.
Eigentlich verschlafen die fünf jungen Schleiereulen den Tag und warten auf die Fütterung, mit der Mutter und Vater Schleiereule bei Einbruch der Dunkelheit beginnen. "Vier bis sechs Mäuse verspeist jedes Jungtier während einer Nacht", so Erwin Mattegiet.

Zufrieden mit Brutergebnissen

Nach zwei mageren Eulenjahren sieht es seiner Meinung nach wieder besser aus mit der Population: "Es gibt offensichtlich wieder mehr Mäuse, die von den Greifvögeln zum Fressen gejagt werden. Die Bruten der Schleiereulen werden bei ausreichender Nahrung größer."
In Bad Oeynhausen kenne er aktuell eine Rekordbrut mit acht Eulenkindern. Die fünf Eulengeschwister im Costedter Trafohäuschen wären eigentlich zu sechst gewesen: "Ein Küken haben die anderen verdrängt und ausgesondert. Es lebt inzwischen nicht mehr. Gründe für solch ein Vorgehen kennt man nicht", bedauerte Jan Brunkhorst.
Die Greifvögel und nützlichen Mäusejäger holen nun in Zeiten üppigen Mäusevorkommens die beiden mageren Jahre der Nachkommenschaft wieder auf.
"Sie tun das durch Zweit- oder Drittbruten. Die Küken im Trafohäuschen am Großen Weserbogen sind die Zweitbrut der Schleiereulen", erklärte Erwin Mattegiet.

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Neue Westfälische, 30.08.2010 (www.nw-news.de)

Neuer Rekord für die Schleiereulen

Gleich acht Jungtiere im Lohbusch-Turm

Bad Oeynhausen-Dehme (nisi).

Beringung von Schleiereulen

Kuschelig: Jan Brunkhorst (vorne), hält eine Eulenkind, im Hintergrund zeigt Sabrina Steinkrüger das Kleine. Jasper und Papa Jens Lorenz, Louis und Jannis schauen zu.
FOTO: NICOLE SIELERMANN


Landschaftswart Erwin Mattegiet ist begeistert: "Wahnsinn! So viele hatten wir noch nie. Und vor allem so spät im Jahr", schwärmt er. Gleich acht jungen Schleiereulen entdeckte er im ehemaligen Trafoturm am Lohbusch-Teich. Bei strömendem Regen wurden sie von Gerhard Neuhaus beringt. Aufmerksam beobachtet wurde er dabei von der Dehmer "Klepperbande". Ina Rohleder war mit den Kindern ihrer Spielgruppe auf Ausflugstour. Auch wenn Freitagabend Sturzbäche vom Himmel kamen – die Kinder waren meistens mit Gummistiefeln und Regenjacken gut ausgerüstet. Vor allem aber waren die Kleinen ganz neugierig auf die anderen Kleinen. "Die sind ja ganz kuschelig", stellte Janine fest, als ihre Mama Anika Backs eines der jungen in die Hand nahm. Auch Tim, Jasper, Louis und Jannis staunten, als Erwin Mattegiet die acht Nachwuchs-Eulen im Kescher aus dem Turm trug. Gefahr, dass sie flüchteten, bestand nicht. Im Gegenteil: Die Jung-Eulen hatten es sich im Netz gemütlich gemacht. "Zirka fünf Wochen", so schätzte Neuhaus, sei die älteste Schleiereule alt. "Die Eulen fangen gleich beim ersten Ei an zu brüten – deshalb sind die Tiere alle unterschiedlich alt." Im Alter von acht bis neun Wochen verlassen sie das kuschelige Nest. "Wollen wir hoffen, dass sie überleben und nächstes Jahr selber brüten. Dann kann sich der Bestand langsam erholen", hofft Mattegiet.

 

Copyright Neue Westfälische 2010. Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt.


 

Der folgende Zeitungsartikel berichtet zwar nicht über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Schleiereulenschutz im Altkreis Minden, passt aber dennoch thematisch und geographisch zu den anderen Berichten und zu unserer Arbeit.

Neue Westfälische, 07.08.2010 (www.nw-news.de)
Zurück in die Freiheit

Haariger Rastplatz
Haariger Rastplatz: Waldkauz "Schmidtmann" hat es sich auf dem Kopf von Charlotte Jäcker bequem gemacht.
FOTO: WITOLD GUDZIK
Waldkauz "Schmidtmann" wird selbstständig

Bad Oeynhausen (nw). Gelegentlich kommt es vor, dass flugunfähige Greifvögel und Eulen bei Familie Jäcker abgegeben werden, die dann nach kurzer Pflegezeit wieder in die freie Wildbahn entlassen werden - manchmal kommt es aber auch anders.

"Greifvögel und Eulen haben eine recht lange Ästlings- oder Bettelflugphase", weiß der Hobby-Falkner Dr. Walter Jäcker. Sie sind dann noch klein und turnen mehr als sie fliegen in der Landschaft herum. Dort werden sie von den Elternvögeln versorgt, sehen diesen bei der Jagd zu und lernen so fürs Leben.

Manchmal landen sie in den ersten Tagen dieser gefährlichen Lebensphase unsanft am Boden. Dort werden sie oft von Hund, Fuchs und Katze gefangen - manchmal aber auch von Tierfreunden aufgesammelt. "Besser wäre es, diese Jungtiere nicht mitzunehmen, sondern sie höchstens auf einen Baum zu setzen, wo sie weiter von den Altvögeln versorgt werden." Ohne deren Anleitung ist es für die Jungvögel schwierig, den Start ins Leben allein zu schaffen. In menschlicher Obhut kommt es nicht selten zur Fehlprägung. "Der Jungvogel weiß dann nicht, dass er ein Vogel ist oder hält seine Menschen für Artgenossen und verliert seine angeborene Scheu."

Im Fall eines Uhus konnte Dr. Walter Jäcker nachts die Eltern- und Geschwistervögel finden und den Jungvogel zu seiner Familie zurückbringen. Im Falle von "Schmidtmann", dem Waldkauz, aber war es anders.

"Der ging schon durch mehrere Hände, es konnte nicht mehr ermittelt werden, wo er gefunden worden war. Er war schon fehlgeprägt als wir ihn bekamen", vermutet Dr. Walter Jäcker. Als er ausgewachsen war, wurde er falknerisch aufgeschirrt und trainiert, zur Faust des Falkners zu kommen. Mit fortgeschrittenem Flugtraining durfte er stundenweise frei im Garten bleiben. Tochter Charlotte ergänzt: "Nach einigen Tagen haben wir die Geschühriemen wieder entfernt, jetzt ist er Tag und Nacht draußen. Sein Tagesversteck und unser Treffpunkt ist eine Fichte über unserem Hühnerstall. Wenn es dunkel wird, fliegt er ums Haus und ruft uns."

Manchmal bekommt er noch etwas zugefüttert, wenn seine eigene Mäusejagd nicht erfolgreich war. "Heute ist er erstmals nicht an unserem Treffpunkt gewesen. Hoffentlich ist ihm nichts passiert! Wir hoffen, dass er auf das Leben in freier Wildbahn gut vorbereitet ist. Noch sicherer wäre es gewesen, wenn er bei Eltern und Geschwistern geblieben wäre und noch seine natürliche Scheu vor Menschen und Hunden hätte."

Der Kauz ist ein geschütztes Tier - behalten darf ihn niemand. Vielleicht kommt er nochmal abends auf Besuch. Dieser ausgesprochen nette Zeitgenosse ist bei Jäckers immer willkommen. Trotzdem ist es Zeit - "Schmidtmann" muss selbständig werden!

 

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Westfalen Blatt, 19.06.2010 (www.westfalenblatt.de)

Fünf junge Schleiereulen bekommen Ring verpasst

Aktion mit Landschaftswart Erwin Mattegiet

Beringung junger Schleiereulen
Die wissbegierigen Schüler wollen die Schleiereulen berühren und anschauen. Die Beringung an der Nordstraße hat geklappt. Fünf junge Tiere sind mit Kennringen versehen worden. Foto: Witold Guzik

Bad Oeynhausen-Eidinghausen (WB). Fünf junge Schleiereulen sind jetzt in der Trafostation an der Nordstraße mit Kennringen versehen worden. Bei der Aktion waren auch Schüler der Hauptschule Nord dabei.

Wolfgang Heper von der AG Naturschutz Bad Oeynhausen betreut an jedem Freitagnachmittag ehrenamtlich eine AG der Hauptschule, die sich ausschließlich mit dem Naturschutz befasst. Der Naturerlebnis-Pädagoge führt mit seinen Schützlingen Exkursionen durch, macht am Karbach Wasseranalysen oder bastelt Nistkästen für Fledermäuse.
Nun konnte er mit seinen Schülern einer Schleiereulen-Beringung beiwohnen. Alle zwölf Schüler schauten dem Eulenberinger Jan Brunkhorst gespannt zu und durften auch die Dunenjungen zum Beringen in die Hand nehmen. Als alle fünf Jungeulen mit Alu-Armbänder versehen waren, brachte sie Landschaftswart Erwin Mattegiet wieder in den dunklen Eulenkasten, in dem sie nachts wieder von den Eltern mit Mäusen versorgt werden.
Zum Greifvogelschutzprogramm der AG-Naturschutz Bad Oeynhausen und der AG-Schleiereulenschutz im Altkreis Minden gehört alljährlich die Bestandsaufnahme und die Beringung der Schleiereulen. Zwei äußerst schwache Mäusejahre haben zu teilweise katastrophalen Bestandseinbrüchen geführt.
Mit so genannten Mäuseburgen und dem Verteilen von Schlachtabfällen versuchten die Naturschützer die Hungersnot der Greife zu lindern. Offensichtlich hat sich die Population der Feldmäuse unter der schützenden Schneedecke des letzten harten Winters wieder gut erholt. Landwirte und Gartenbesitzer klagen bereits über eine Unzahl von Mauselöchern.
Es würden bis zu 15 dieser Löcher pro Quadratmeter gezählt. Deshalb rechnen die Naturschützer wieder mit einer höheren Reproduktionsrate der nützlichen Mäusejäger. Sechs ehemalige Trafo-Türme wurden von den Bad Oeynhauser Naturschützern zu Nistplätzen für Schleiereulen und Turmfalken umfunktioniert.
Während auf dem Dachboden der Turmstation Schleiereulen brüten, ist in den Nistkästen außerhalb des Gebäudes die Kinderstube der Turmfalken.
Obwohl beide Greife das gleiche Nahrungsspektrum, nämlich Mäuse, haben kommt man sich bei der Jagd nicht in die Quere. Während der Turmfalke am Tage nach Mäusen jagt, ist die Schleiereule ausschließlich nachts aktiv.
Interessierte Bürger können, wenn sie die Möglichkeit haben, von den Bad Oeynhauser Naturschützern Falken oder Eulen-Nistkästen bekommen.
www.ag-natur.de

 

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Mindener Tageblatt, 17.06.2010 (www.mt-online.de)

Zaghafter Protest gegen die Beringung

Sechs junge Turmfalken bekommen auf Hof Traue in Warmsen Kennmarken der Vogelwarte Helgoland

Von Christiane Buuck
Warmsen (cbu). Einem Schauspiel der besonderen Art durften Nachbarn und Freunde auf dem Hof von Familie Traue in Warmsen zusehen und dabei helfen, sechs junge Turmfalken, die in einem Nistkasten für Schleiereulen auf dem Dachboden des Wohnhauses das Licht der Welt erblickt hatten, zu beringen. Lautes Protest-Tschilpen war zu hören, als Jan Brunkhorst und Sascha Traue die etwa drei Wochen alten Turmfalken aus dem Nistkasten holten.

Turmfalkenberingung
Ein bisschen Skepsis auf beiden Seiten bei der Falkenberingungsaktion in Warmsen. Foto: cbu

Eigentlich sollten hier Schleiereulen brüten, aber die mussten frühzeitig das Feld räumen und sich eine andere Bleibe suchen, als das alte Turmfalkenpaar vor einigen Wochen diese Brutstätte für sich auserkoren hatte. Gerd Neuhaus aus Minden und Jan Brunkhorst aus Petershagen arbeiten in der Arbeitsgemeinschaft Schleiereulenschutz im Altkreis Minden und betreuen mit insgesamt zwölf Mitarbeitern die 260 Schleiereulenkästen im Altkreis. Gerd Neuhaus ist offizieller Beringer und hat die entsprechende Berechtigung des Instituts für Vogelforschung, der Vogelwarte Helgoland. Dort werden alle gesammelten Daten gespeichert und später dann ausgewertet. Durch das Beringen können relativ sichere Angaben über den regionalen Bestand gemacht werden, außerdem bekommt der Brutplatz-Hauseigentümer regelmäßig ein Datenblatt mit den Beringungs- und Wiederfunddaten „seiner“ Schleiereulen, erklärt Neuhaus. Die Eulenkästen werden im Wittekindshof gefertigt. Für 15 Euro kann jeder, der bereit ist, den Greifvögeln einen Brutplatz bereitzustellen, einen solchen Nistkasten erwerben. Im vorigen Jahr hat Neuhaus insgesamt etwa 100 Beringungen durchgeführt, in manch anderen Jahren lag diese Zahl auch schon über 400. Durch die Beringung bestehe die Möglichkeit, Verhalten, Alter der Tiere und Ortswechsel bestimmen. So habe man eine Schleiereule in über tausend Kilometer Entfernung, in Jugoslawien entdeckt und wieder ein anderes, in Friedewalde beringtes Tier, auf den Orkney-Islands, weiß der Vogel-Aktivist. Auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Schleiereulenschutz (www.schleiereulenschutz.de) finden Interessierte sehr viele Details. Anders als die Schleiereule zählt der Turmfalke zurzeit nicht zu den gefährdeten Tierarten. Neuhaus weiß von 33 bekannten Brutpaaren im Altkreis, allerdings sei die wirkliche Zahl erheblich höher, denn Turmfalken bebrüteten nicht nur Nistkästen, sondern auch Spalten, Höhlen und von anderen Vögeln verlassene Nester, deren genaue Standorte nicht bekannt seien.
Sascha Traue und seine Familie können das Verhalten ihrer „Untermieters“ gut beobachten. „In einiger Entfernung vom Haus hören wir immer das lautstarke Gezeter bei der Futterübergabe der Altvögel, bevor dann die Jungtiere die Beute überreicht bekommen“, weiß der Jäger und engagierte Tierschützer zu berichten.

Turmfalken
Den in Europa, Asien und Afrika weit verbreiteten Turmfalken erkennt man sehr gut an seinem Rüttelflug, aus dem er sich im Sturzflug auf seine Beute, Mäuse, Insekten, Eidechsen und manchmal kleinere Singvögel, auf dem Boden stürzt. Der Turmfalke ist rund 35 Zentimeter groß hat eine Flügelspannweite: bis zu 75 Zentimeter. Er bevorzugt Brutplätze in Nähe von Menschen, in Spalten von Bauwerken, aber auch in verlassenen Nestern. (cbu)

 

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Neue Westfälische, 12.06.2010 (www.nw-news.de)

Wieder mehr Schleiereulen

Bad Oeynhausen (clu). „Das ist schon ein guter Wurf“, sagt Erwin Mattegiet von der Arbeitsgruppe Natur- und Umweltschutz. Fünf junge Schleiereulen wurden gestern am Trafohäuschen, das die Eulen zum Nisten nutzen, beringt. Jan Brunkhorst, Beringer aus Petershagen, wurde bei der Arbeit ganz genau beobachtet – von den Mädchen
und Jungen der Hauptschule Nord, die mit Naturführer Wolfgang Heper zum Backsteinturm gekommen waren. Vor allem die Mädchen riefen „Oh, wie süß“, als Mattegiet die weißgefiederten Greifer aus dem Transportkorb nahm. Mattegiet hofft, dass wegen der zunehmenden Mäusepopulation auch die Eulen wieder mehr werden.

Beringung einer Schleiereule
Ganz behutsam: Der 11-jährige Marcel, Schüler der Hauptschule Nord, hält eine junge Schleiereule in der Hand, während Jan Brunkhorst sie beringt. Im Hintergrund stehen seine Mitschüler.
FOTO: CHRISTIAN LUND

 

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Westfalen Blatt, 12.06.2010 (www.westfalenblatt.de)
Elf Turmfalken Untermieter
Turmfalke
Ein junger Turmfalke.

Vlotho (WB/ke). Helene und Helmut Linke in Vlotho-Bad Senkelteich (Kreis Herford) freuen sich über eine besondere Einquartierung: In zwei Nistkästen wachsen elf Turmfalken auf. Naturschützer zeigen sich von den benachbarten Bruten und der Anzahl des Greifvogelnachwuchses überrascht. »Falken sind auf Feldmäuse angewiesen.
Ein Zeichen, dass viele unter dem Schnee überwintert haben«, sagt der Landschaftswart Erwin Mattegiet aus Bad Oeynhausen.

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Westfalen Blatt, 12.06.2010 (www.westfalenblatt.de)

Die Falken kehren zurück

Vor dem Brutkasten
Helene Linke und die zehnjährige Vanessa Nolting vor dem Haus mit den Greifvögeln im First. Vor Jahren berichtete die VLOTHOER ZEITUNG bereits über eine einzelne Brut der Turmfalken an der Senkelteichstraße.

Untermieter: Erstmals elf junge Greifvögel in zwei Nistkästen unter dem Dach an der Senkelteichstraße

Von Reinhard Kehmeier
Vlotho-Valdorf (VZ). So viele Untermieter gab es noch nie im Hause Senkelteichstraße 29: Elf Turmfalken werden in zwei Nistkästen aufgezogen. Naturschützer sind überrascht.
»Seit 15 Jahren sind die Kästen unter den Dächern von Haupt- und Nebengebäude aufgestellt«, berichtet Anwohnerin Helene Linke (58). Sieben Jahre dauerte es, bis sich erstmals ein Turmfalke niederließ. Dann kam es häufiger zu Bruten. »Aber es waren meist nur drei Jungvögel«. In diesem Jahr zählte Helmut Linke hoch oben unter dem First des Hauses im Kasten sechs junge Vögel. Und in einer später begonnenen Brut jetzt noch einmal fünf - im zweiten Kasten nebenan im Gebäude. Dort gibt es gleichfalls einen Durchschlupf in den Dachboden. »Erstmals sind beide Kästen bewohnt«, freut sich Helene Linke.
Helmut Obernolte aus Exter, der sich für den Naturschutzbund (NABU) unter anderem um Greifvögel in Vlotho kümmert, ist sehr überrascht und spricht von einem seltenen Fall: »Eigentlich brüten die Greife mit einem viel größeren Abstand. Und normalerweise haben sie sehr unter einem strengen Winter zu leiden.« Doch offenbar sei das Nahrungsangebot größer als gedacht. Obernolte weiß von mehreren Turmfalken-Bruten in Vlotho, unter anderem an der Wilmerei und in alten Trafo-Stationen. Sie werden auch von Fledermäusen und Schleiereulen genutzt. Letztere waren früher ebenfalls Untermieter bei der Familie Linke in Bad Senkelteich. »Falken und Eulen kämpfen um die Nester«, hat die Anwohnerin auf dem Grundstück nahe der Hohenhauser Straße beobachtet. Kleine Nischen und Verstecke locken die Vögel. Diesmal haben hoch über der Linnenbeeke, umgeben von Wiesen, Buschwerk und Baumbeständen, die Falken das Revier erobert.
Vanessa Nolting (10), die ebenfalls mit ihrer Familie unter dem Dach mit den Greifvögeln lebt, berichtete im Weser-Gymnasium von den vielen jungen Turmfalken in diesem Jahr. Ihr Biologielehrer blieb skeptisch.
Erwin Mattegiet, ehrenamtlicher Landschaftswart im benachbarten Bad Oeynhausen, ist hoch erfreut von der Nachricht aus Vlotho: »Das ist wunderbar. Ich hoffe, dass wir bald wieder ein paar mehr Turmfalken haben. Sie brüten nur einmal im Jahr. Dies ist ein guter Wurf in Bad Senkelteich, eine stolze Anzahl. Meist ist bei vier Schluss.«
Vieles sei eingegangen im harten Winter. Die Bruten in Senkelteich wertet Mattegiet als ein Zeichen, dass die Mäusepopulation gut unter dem Schnee überwintert hat: »Turmfalken sind fast zu 90 Prozent auf Feldmäuse angewiesen. Sie sind nützliche Mäusevertilger. Das kommt der Landwirtschaft zugute.«

Einflugoch des Turmflakenkastens
Das Weibchen am Nistplatz: Es gilt, sechs Schnäbel zu stopfen.

Als so genannte Kulturfolger, die einst im Fels brüteten, steuern die Falken auch hohe Gebäude an, um hier den Nachwuchs aufzuziehen. Erwin Mattegiet gehört dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz an. Sie setzt sich unter anderem dafür ein, dass weitere Nistplätze für Turmfalken und Schleiereulen geschaffen werden. Etwa 40 so genannter Nisthilfen wurden bereits aufgestellt. Sie sind in den Werkstätten des Wittekindshofes angefertigt worden.
»Wir können noch Nisthilfen abgeben«, sagt Mattegiet. »Wer eine davon haben möchte, weil er vielleicht eine Scheune hat, kann sich per Internet mit uns in Verbindung setzen.«
www.ag-natur.de

Die Bestandszahlen nehmen ab
Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist nach dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel in Mitteleuropa und in Deutschland. Er ist kein ganz seltener Vogel, dennoch gehen nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) die Bestandszahlen langsam, aber stetig zurück. Auch deshalb war er zum Vogel des Jahres 2007 gekürt worden. Der schnelle Beutegreifer kann Mäuse und andere Kleintiere auch auf große Distanzen erspähen und dann blitzschnell mit seinen Krallen erlegen.

 

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Neue Westfälische, 19.01.2010 (www.nw-news.de)
Lisa Berens mit junger Schleiereule
Noch jung: Lisa Berens unterstützte die Naturschützer im vergangenen Jahr bei der Beringung der Schleiereulen. Auch diese Vögel leiden unter den Schneemassen, die das Jagen fast unmöglich machen. Fotos: Witold Guzik

Schleiereule

 

 

 

 

 

 

In guten Händen: Die AG Naturschutz hat für Eulen Mäuseburgen gebaut.

Schlechte Zeiten für Mäusejäger

In harten Wintern finden Greifvögel kaum Nahrung

Von Erwin Mattegiet
Kreis Minden-Lübbecke (nw). Wegen des anhaltenden harten Winters wurden in vielen Gärten, auf Terrassen und Balkonen Futterplätze für heimische Singvögel angelegt, um sie vor dem Verhungern zu bewahren. Noch größere Nahrungsprobleme haben zurzeit jedoch die Greifvögel, wie die Arbeitsgruppe Naturschutz Bad Oeynhausen mitteilt.

Bei hohen Schneelagen geht es vielen Greifvögeln schlecht. Harte Winter bedeuten vor allem für Mäusejäger schlechte Zeiten. Dann geschieht es nicht selten, das Mäusebussarde am Straßenrand überfahrene Tiere fressen. Auch Plätze mit ausgelegten Schlachtabfällen werden gerne aufgesucht. Sperber und Turmfalken versuchen an Futterplätzen Kleinvögel zu schlagen. Eulen lassen sich nicht mit Fleisch füttern , denn sie schlagen nur lebende Beute.
Bei einer Schneehöhe von etwa 7 Zentimeter kommen die nachtaktiven Schleiereulen nicht mehr an ihre Hauptbeutetiere, die Feldmäuse. Weil Schleiereulen keine körpereigenen Fettreserven anlegen können, müssen sie binnen weniger Tage verhungern. Es komme zu Bestandseinbrüchen von bis zu 90 Prozent. Deshalb haben Mitglieder der Bad Oeynhauser AG Naturschutz an mehreren Stellen sogenannte Mäuseburgen angelegt. Sie bestehen aus schneefreien, geschützt angelegten Strohhaufen die mit Getreide oder trockenem Brot unterlegt werden, um Feldmäuse anzulocken.
Durch das Rascheln der krabbelnden Mäuse werden die Eulen angelockt und holen sich die Beute im Sturzflug. Solche Maßnahmen seien nur kleine Hilfen. Wichtiger sei, das Landwirte ihre Scheunen und Dachluken öffnen, damit die nützlichen Mäusejägerauch dort jagen können. Besonderer Dank der Vogelschützer gehöre Kreislandwirt Rainer Meyer aus Dehnre, der spontan Stroh und Getreide zur Verfügung stellte.
Weitere Infos: www.schleiereulenschutz.de und www.ag-natur.de

 

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Mindener Tageblatt, 19.01.2010 (www.mt-online.de)

Greifvögel hungern bei Eis und Schnee

Besonders Schleiereulen gefährdet / Naturschützer bauen so genannte „Mäuseburgen“

Hille (mt). In einem harten Winter hungern die Greifvögel. Besonders betroffen sind Schleiereulen. Darum bauen Naturschützer für sie „Mäuseburgen“.

Wegen des anhaltenden harten Winters wurden in vielen Gärten auf Terrassen und Balkonen Futterplätze für heimische Singvögel angelegt, um sie vor dem Verhungern zu bewahren. Noch größere Nahrungsprobleme haben zur Zeit Greifvögel.
Greifvogel
Ein Mäusebussard sucht nach Beute. Foto: Witold Guzik / privat

Bei hohen Schneelagen geht es vielen von ihnen schlecht. Harte Winter bedeuten nach Auskunft von Landschaftswart Erwin Mattegiet vor allem für Mäusejäger schlechte Zeiten. Dann geschieht es nicht selten, dass Mäusebussarde am Straßenrand überfahrene Tiere fressen. „Das nennt sich Fallwild kröpfen.“ Auch Plätze mit ausgelegten Schlachtabfällen werden gerne aufgesucht.
Sperber und Turmfalken versuchen, an Futterplätzen Kleinvögel zu schlagen. Eulen lassen sich nicht mit Fleisch füttern, denn sie schlagen nur lebende Beute.
Bei einer Schneehöhe ab sieben Zentimeter kommen die nachtaktiven Schleiereulen nicht mehr an ihre Hauptbeutetiere, die Feldmäuse. Weil Schleiereulen keine körpereigenen Fettreserven anlegen können, verhungern sie binnen weniger Tage. „Es kommt zu Bestandseinbrüchen von bis zu 90 Prozent“, sagt Erwin Mattegiet. Deshalb haben Mitglieder der Arbeitsgruppe Naturschutz an mehreren Stellen Mäuseburgen angelegt. Sie bestehen aus schneefreien geschützt angelegten Strohhaufen, die mit Getreide oder trockenem Brot unterlegt werden, um Feldmäuse anzulocken.


Durch das Rascheln der krabbelnden Mäuse werden die Eulen angelockt und holen sich die Beute im Sturzflug. Solche Maßnahmen seien, berichtet Erwin Mattegiet, aber nur kleine Hilfen. Wichtiger sei es, dass Landwirte ihre Scheunen und Dachluken öffneten, damit die nützlichen Mäusejäger dort jagen könnten.  

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